Bau zweier Amphibientümpel im Prießnitztal in Mödling

Kinder betrachten Infotafel
Personen arbeiten mit Wasserwaage
Gruppenfoto
Personen verlegen Schutzvlies
Personen auf Schutzvlies
Personen schaufeln Kies in Schubkarre
Personen auf Schutzvlies
Person verschweißt Vliesbahnen
Personen verlegen Teichfolie
Personen verlegen Teichfolie
Personen verlegen Teichfolie
Personen verlegen Teichfolie
Personen aus Schutzvlies

Heute war ein guter Tag für Amphibien und andere Teichbewohner in der Stadtgemeinde Mödling! Trotz kühler Temperaturen und kräftigem Wind machten sich im Prießnitztal 28 Freiwillige am Vormittag und 25 am Nachmittag mit Schaufeln, Rechen und Scheibtruhen an die Arbeit, um zwei undichte Amphibientümpel zu erneuern und damit wertvollen Lebensraum für Amphibien, Libellen und viele weitere Wasserbewohner zu erhalten. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) packten Biolog:innen und Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins sowie zahlreiche engagierte freiwillige Helfer:innen tatkräftig an. Auch Mödlings Vizebürgermeister Rainer Praschak, Stadtrat und Umweltgemeinderat Leopold Lindebner sowie Gemeinderätin Susanne Bauer-Rupprecht ließen sich den gemeinsamen Einsatz für den Amphibienschutz nicht entgehen und packten tatkräftig mit an.

Im Prießnitztal befinden sich bereits mehrere kleine Gewässer, die gemeinsam einen wichtigen Lebensraum für Amphibien und andere wassergebundene Tierarten bilden. Zwei der bestehenden Tümpel waren jedoch nicht mehr ausreichend dicht und mussten erneuert werden. Besonders der obere, ursprünglich in Lehmbauweise angelegte Tümpel trocknete zu rasch aus. Durch die Erneuerung mit Vlies und wasserdichter Teichfolie sollen die beiden Gewässer künftig wieder länger Wasser halten und gemeinsam mit einem dritten, bereits bestehenden Tümpel einen wertvollen Tümpelkomplex bilden.

Nach einer kurzen Einführung in das Projekt und die Bedeutung der Tümpel für ihre zukünftigen Bewohner ging es auch schon an die Arbeit. Die beiden Teichmulden wurden bereits im Vorfeld mit einem Bagger ausgehoben. Nun galt es, den Untergrund für das Verlegen der Teichfolie vorzubereiten. Mit Krampen und Schaufeln entfernten die Freiwilligen zunächst verbliebene Schilfreste, Wurzeln und andere spitze Gegenstände, die später die Folie beschädigen könnten. Anschließend wurde grober Sand mit Scheibtruhen herangeschafft, in den Mulden verteilt und mit Rechen eingeebnet. Gleichzeitig wurden die Teichränder mithilfe eines Kunststoffbandes vorbereitet.

Danach folgte das Verlegen der ersten Schutzvliesschicht, bei dem viele helfende Hände gefragt waren. Der kräftige Wind machte die Arbeit allerdings zu einer besonderen Herausforderung: Immer wieder blähte sich das riesige Vlies wie ein Segel auf und drohte samt Helfer davonzufliegen! Mit vereinten Kräften gelang es schließlich, das Vlies in der Teichmulde zu platzieren.

Anschließend wurde die schwere, wasserdichte Teichfolie darübergelegt und mit einer weiteren, dickeren Vliesschicht geschützt. Die einzelnen Vliesbahnen wurden mithilfe von Heißluftgeräten miteinander verschweißt. Damit der Wind die noch unbefestigten Bahnen nicht davontrug, mussten sich einige Helfer kurzerhand darauflegen – eine durchaus willkommene Gelegenheit für eine kleine Verschnaufpause! Zum Abschluss wurde grober Kies mit Kübeln und Scheibtruhen herangeschafft und gleichmäßig auf dem Vlies verteilt.

Da beide Tümpel auf dieselbe Weise erneuert wurden, arbeiteten die Freiwilligen abwechselnd an den beiden Gewässern. Während kleinere Gruppen einzelne Arbeitsschritte übernahmen, packten beim Verlegen der großen Vlies- und Folienbahnen alle gemeinsam an. Trotz des kalten Windes und der körperlich anstrengenden Arbeiten war die Stimmung ausgezeichnet. Für eine wohlverdiente Stärkung zwischendurch war mit einer gemeinsamen Jause ebenfalls gesorgt.

Amphibien sind in Österreich streng geschützt. Die Zerstörung und Zerschneidung ihrer Lebensräume, die Entwässerung von Feuchtgebieten sowie zunehmende Trockenperioden stellen eine große Gefährdung für viele Arten dar. Besonders problematisch ist es, wenn Laichgewässer bereits austrocknen, bevor sich die Kaulquappen und Molchlarven vollständig entwickeln konnten. Durch die Erneuerung der beiden Tümpel wird im Prießnitztal wichtiger Lebensraum für Amphibien geschaffen und ein wertvoller Beitrag zu ihrem Schutz geleistet. Auch Libellen und zahlreiche weitere wassergebundene Tierarten profitieren von den Gewässern.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für ihren großartigen Einsatz! Ein besonderer Dank gilt der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) für die fachkundige Begleitung und die gute Zusammenarbeit sowie der Stadtgemeinde Mödling für ihre Unterstützung.

Mit ihrem tatkräftigen Einsatz sind die Freiwilligen ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.

Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Jakob Ruthofer, Praktikant LPV, erstellt.