Gewässer entdecken im Naturpark Föhrenberge - Die Naturpark-Schule Kaltenleutgeben erforscht die Dürre Liesing

Kinder mit Keschern
Kind hält sich an Seil fest
Kind mit Wanne voller Bachflohkrebsen  (Gammarus fossarum)
Naturvermittler erklärt den Kindern das Wasserverhältnis
KInder mit Keschern
Larve einer Großlibelle (Anisoptera)
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Klassenfoto
Klassenfoto
KInder spielen Pantomime-Spiel
KInd mit Wanne
Kinder mit Bachstein
Pferdeegel (Haemopis sanguisuga)
Kind in Bach

Bei sommerlichen Temperaturen bot die Dürre Liesing heute den perfekten Ort für den dritten Termin des naturpädagogischen Programms „Gewässer Leben Entdecken“. Diesmal begaben sich die Schüler der 1a und 1b der Naturpark-Volksschule Kaltenleutgeben gemeinsam mit unseren Naturvermittler:innen auf eine spannende Entdeckungsreise entlang des Gewässers.

Zu Beginn des spannenden Vormittags wurde zunächst der Wasserkreislauf erarbeitet. Außerdem wurde besprochen, woher unser Trinkwasser kommt und warum Süßwasser eine begrenzte Ressource ist. Die Schüler:innen lernten auch, welche Auswirkungen stark verbaute und regulierte Bäche auf Hochwasserschutz und biologische Vielfalt haben können und warum naturnahe Gewässer für viele Tier- und Pflanzenarten unverzichtbar sind.

Anschließend machten sich die Schüler:innen, ausgerüstet mit Keschern, Kübeln und kleinen Wannen, begeistert auf die Suche nach den Bewohnern der Dürren Liesing. Schon nach kurzer Zeit konnten zahlreiche spannende Gewässertiere entdeckt werden, darunter Bachflohkrebse (Gammarus fossarum), Libellenlarven (Odonata), Köcherfliegenlarven (Trichoptera), Steinfliegenlarven (Plecoptera) und Pferdeegel (Haemopis sanguisuga). Die gefundenen Tiere wurden unter dem Mikroskop genau betrachtet, während die Naturvermittler:innen spannende Hintergründe zu den einzelnen Arten erzählten. 

Besonders interessant war die Schere eines Signalkrebses (Pacifastacus leniusculus), die während der Exkursion entdeckt wurde. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Art zählt zu den invasiven Arten und stellt eine Bedrohung für heimische Flusskrebse dar. Die Beobachtung der Tiere bot daher eine gute Gelegenheit, mit den Kindern über invasive Arten und ihre Auswirkungen auf heimische Ökosysteme zu sprechen.

Auch Spiel und Bewegung kamen nicht zu kurz: Beim „Wasserspinnen-Spiel“ schlüpften die Kinder selbst in die Rolle von Bachflohkrebsen und mussten der hungrigen Wasserspinne entkommen. Dabei wurde auf spielerische Weise vermittelt, wie eng die verschiedenen Tiere eines Gewässers miteinander verbunden sind.

Zum Abschluss wurden die Inhalte des Vormittags mit einem KIM-(Keep in Mind)-Spiel wiederholt. Dabei bekamen die Kinder verschiedene Gegenstände ausgeteilt (Gießkanne, Cola-Dose, Spielzeug-Biber, Schiff usw.) und mussten überlegen, was die Gegenstände mit dem Thema Gewässer zu tun haben. Die Gießkanne beispielsweise stellt dar, dass Süßwasser knapp ist und wir deshalb auch beim Gießen unserer Pflanzen sparsam damit umgehen müssen, während die Cola-Dose auf das Müllproblem entlang vieler Gewässer hinweist.

Der erlebnisreiche Vormittag zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und spannend naturnahe Gewässer direkt vor unserer Haustür sind und wie wichtig ihr Schutz für die biologische Vielfalt unserer Region ist. Gleichzeitig lernten die Kinder, dass auch kleine Maßnahmen im Alltag, etwa ein bewusster Umgang mit Wasser oder das Vermeiden von Müll in der Natur, einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer leisten können.

BIPA und die Naturparke Österreichs stärken das Bewusstsein von Kindern an Naturpark-Schulen und -Kindergärten für Wasser als Ressource und Lebensraum. Die Initiative „Wasser voller Leben“ fördert heuer 19 Projekte in 16 Naturparken mit insgesamt € 30.000. Das naturpädagogische Programm „Gewässer Leben Entdecken“ ist Teil eines der diesjährigen Gewinnerprojekte der Naturpark-Schule Kaltenleutgeben. Im Auftrag des Naturparks Föhrenberge wird das Programm vom Landschaftspflegeverein umgesetzt.

Die Naturpark-Schule Kaltenleutgeben ist ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

Sandra Girsch, Landschaftspflegeverein