My Nature Floridsdorf Lösshohlweg und Trockenrasen - Trockenrasen- & Wiesenprogramm am Bisamberg

Schüler mit Raupe des Wiener Nachtpfauenauges
Kindern wandern auf Bisamberg
Naturvermittlerin erzählt zu Entstehung der Landschaft
Naturvermittlerin zeigt Präparate her
Gruppenfoto VS Schillgasse 3c
Kind probiert Sensenmähen mit Hilfe von Doris
Kind probiert Sensenmähen mit Hilfe von Doris
Kinder machen Heumandln
Gruppenfoto VS Stammersdorf, 2a
Naturvermittlerin mit Blindschleiche (Anguis fragilis)
Kinder mit Raupe des Wiener Nachtpfauenauges (Saturnia pyri)
Kinder berühren Raupe
Becherlupen und Plastik-Insekten
Weißfleck-Widderchen (Amata phegea) in Becherlupe
Bei der Becherlupensuche.
Schülerin mit Becherlupe
Faulbaum-Glasflügler (Synanthedon stomoxiformis)
Gruppenfoto VS Stammersdorf, 2c
Schülerin beim Sensenmähen
Kinder beim Laufspiel
Schüler nimmt Raupe auf die Hand
Kinder mit Raupen des Wiener Nachtpfauenauges
Gruppenfoto VS Stammersdorf, 2b
Kinder mit Becherlupen
Schachbrettfalter (Melanargia galathea) auf Blüte
Schüler mit Tierfund
Schüler mit Schnecke auf der Hand
Kinder mit Heu- und Strohkorb
Schmetterlingspuppe auf der Hand

Beim heutigen Ausflug auf den Bisamberg stand für insgesamt 73 Schüler:innen der 3c der Volksschule Schillgasse sowie der 2a, 2b und 2c der Volksschule Stammersdorf alles im Zeichen von Lösshohlwegen, Trockenrasen und Artenvielfalt. Der erlebnisreiche Vormittag war in einzelne Stationen gegliedert, welche die Klassen nacheinander besuchten. Gemeinsam mit unseren Naturvermittler:innen erforschten die Kinder dabei die wertvolle Kultur- und Naturlandschaft, lernten viel über die Entstehung der Lebensräume und entdeckten deren besondere Tier- und Pflanzenwelt.

Bereits am Weg hinauf auf den Bisamberg erfuhren die Kinder Spannendes über den Lebensraum Lösshohlweg. Diese durch jahrhundertelange Nutzung und Erosion entstandenen Wege bieten heute zahlreichen Tierarten wie Wildbienen, Wespen, Käfern und Eidechsen einen wertvollen Lebensraum. Auch einige Vogelarten wie der Bienenfresser nutzen die steilen Lösswände zum Brüten. 

Bei einer weiteren Station erfuhren die Kinder mit viel Anschauungsmaterial mehr über die mageren Wiesen und Trockenrasen des Bisambergs. Diese waren ursprünglich Teil einer großen offenen Weidelandschaft. Manche Bereiche wurden in der Vergangenheit in Felder umgewandelt, andere nicht mehr beweidet und verbuschten und vewaldeten zunehmend. Durch den Ankauf der wertvollen Flächen durch die Stadt Wien und gezielte Entbuschungsmaßnahmen sowie die Wiederaufnahme der Beweidung konnten wertvolle Wiesen/Trockenrasen jedoch wiederhergestellt werden. 

Bei der gemeinsamen Tiersuche zeigte sich eindrucksvoll die Artenvielfalt dieses Natur-Hotspots. Ausgerüstet mit Becherlupen machten sich die Schüler:innen auf die Suche nach Insekten und Spinnen. Die ersten Funde ließen nicht lange auf sich warten und konnten aus nächster Nähe bestaunt werden. Neben unzähligen Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) konnten auch Jagdspinnen (Pisauridae), ein Rindenspanner (Peribatodes sp.), ein Faulbaum-Glasflügler (Synanthedon stomoxiformis), ein Weißfleck-Widderchen (Amata phegea) und fliegende Hirschkäfer (Lucanus cervus) entdeckt werden. Unsere Naturvermittler:innen wussten spannende Geschichten rund um die einzelnen Arten zu erzählen. 

Das Sensenmähen mit Doris Fröhlich von der Senserei machte den Kindern besonders viel Spaß. Hier erfuhren sie, wie die Wiesen früher gemäht wurden, als es noch keine Traktoren gab und dass auch heute besonders steile Hänge noch mit der Sense gemäht werden müssen. Danach durfte jedes Kind mit Hilfe von Doris selbst versuchen ein Stückchen Wiese mit der Sense zu mähen. Die anderen Kinder konnten inzwischen das abgemähte Gras auf traditionellen „Heumandln“ zum Trocknen aufhängen.

Ein Highlight war dann auch der Stand der Umweltspürnasen: viele lebende Tiere und auch Präparate konnten bestaunt und teilweise auch angefasst werden. Es war für die Kinder ein besonderes Erlebnis mit lebenden Tieren wie Raupen und Puppen des Wiener Nachtpfauenauges (Saturnia pyri) und des Abendpfauenauges (Smerinthus ocellata) auf Tuchfühlung zu gehen. Bei der Station gab es außerdem Nester von Rotkehlchen (Erithacus rubecula) und Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), diverse lebende Schnecken, Schnegel und eine Kellerspinne mit Jungen sowie eine lebende Blindschleiche (Anguis fragilis) zu bestaunen. 

Gut aufbereitet und wiederholt wurden die Inhalte dann auch noch mit einem KIM (Keep in mind) Spiel: hier durften die Kinder verschiedene Gegenstände, die etwas mit dem heutigen Programm zu tun hatten, entweder mittels Pantomime darstellen oder mittels Memospiel erraten.

My Nature Floridsdorf Lösshohlweg und Trockenrasen – Trockenrasen- & Wiesenprogramm am Bisamberg

Das Projekt My Nature Floridsdorf Lösshohlweg und Trockenrasen wird vom Land Wien und der Europäischen Union im Rahmen des Programms der Ländlichen Entwicklung finanziert. Es wird vom Landschaftspflegeverein in Kooperation mit dem Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49), der das Gebiet betreut, durchgeführt. Wichtiger Projektpartner ist außerdem das Busunternehmen Dr. Richard, das die Schüler:innen mit zusätzlichen Busverbindungen zum Exkursionsort bringt. 

Die Lehrer:innen und Schüler:innen der Volksschule Schillgasse, der Volksschule Stammersdorf sowie die Umweltspürnasen sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.

Sandra Girsch, Landschaftspflegeverein