15 Naturliebhaber:innen trafen sich heute am Symposion Lindabrunn, dem zweitgrößten zusammenhängenden Trockenrasengebiet der Thermenlinie. Unsere Biolog:innen Irene und Alex entdeckten und erklärten im Rahmen einer zweistündigen Naturexkursion mit den interessierten Besucher:innen die wertvolle Pflanzen- und Tierwelt dieses außergewöhnlichen Naturgebiets.
Zunächst gab es eine Begrüßung von gf. Gemeinderätin Elisabeth Zottl-Paulischin, danach starteten unsere Biolog:innen auch schon mit der fachlichen Einführung. Dabei wurde unter anderem erklärt, dass Trockenrasen zu den ältesten Lebensräumen in Österreich zählen und aufgrund des heutigen Fehlens von großen pflanzenfressenden Säugetieren (und somit natürlichen Weidetieren) mit Beweidung und/oder Pflegemaßnahmen nachgeholfen werden muss, um sie zu erhalten.
Dann ging es auch schon los mit dem Entdecken der verschiedenen Arten. Das Symposion bietet eine sehr große Artenvielfalt, es konnten bereits rund 1.900 verschiedene Arten nachgewiesen werden, und die Naturliebhaber:innen konnten bei der Exkursion einen repräsentativen Ausschnitt dieser Vielfalt erleben. Heide-Ginster (Genista pilosa), Bitteres Kreuzblümchen (Polygala amara), Regensburger Zwerggeißklee (Chamaecytisus ratisbonensis) und Kugelblumen (Globularia) färbten das Symposion gelb-blau-lila ein. Auf offenen steinigen Stellen wurde die Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia) entdeckt, die eine typische Art offener, felsiger Standorte ist. Der wunderschön rosa-blühende Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum) verzauberte die Teilnehmer:innen mit seinem süßlichen Duft.
Auch die tierische Seite des Symposions zeigte sich eindrucksvoll. Bereits bei der Ankunft der Biolog:innen vor Beginn der Exkursion waren Smaragdeidechsen (Lacerta viridis) unterwegs und es konnte eine Blindschleiche (Anguis fragilis) beobachtet werden. Im Verlauf der Exkursion wurde die Anwesenheit von Echsen immer wieder durch Rascheln im Gras vermutet. Eine einzigartige Art, die bislang österreichweit nur am Symposion nachgewiesen wurde, ist Soo’s Quendelschnecke. Unser Biologe Alex konnte mit geübtem Auge ein Exemplar dieser äußerst kleinen Art herzeigen.
Eine weitere Naturbesonderheit konnte auf einer der zahlreichen Eichen entdeckt werden: auf den ersten Blick würde man vermuten, dass es sich bei den Gebilden um Früchte handelt, tatsächlich sind diese Galläpfel, also Pflanzenwucherungen in denen die Larven von Gallwespen heranwachsen. Eine weitere zoologische Besonderheit waren die Nester von Furchenbienen (Lasioglossum sp.), die am Boden zu erkennen waren. Auf den ersten Blick wirken sie wie kleine Erdhügel mit einem Loch. Eine Mörtelbiene (Megachile sp.) baute ihr Nest an eines der Kunstwerke und verkleidete die Nestöffnung mit einem mörtelartigen Sekret.
Die Exkursion fand in Kooperation von Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn, Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und Verein Symposion Lindabrunn statt.
Finanziert wird das Projekt Biologische Vielfalt erleben-erforschen-erhalten mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union über das aktuelle Leader-Programm. Wichtiger Partner ist die LEADER-Region Triestingtal.
Die genannten Beteiligten sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
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Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Daniel Schultes, Praktikant LPV, erstellt.

























