Stockfräseneinsätze Gießhübler Heide und Symposion Lindabrunn

Ferngesteuerte Stockfräse im Einsatz
Eichenverjüngung im Trockenrasen
Trockenrasenhang mit leichter Verbuschung
Stockfräse bearbeitet Eichengebüsche am Waldrand
Asthaufen auf Trockenrasen
Trockenrasen nach Stockfräseneinsatz
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Auf der Gießhübler Heide und dem Symposion Lindabrunn konnten wir im September mittels Stockfräse, montiert am Raupenfahrzeug Greenclimber und gesteuert von Mitarbeitern der Firma Kreitl, insgesamt 765 Stöcke von unerwünschten Laubgehölzen, die ansonsten jährlich stark nachtreiben, nachhaltig, sehr bodenschonend und sehr gezielt entfernen lassen. Ein wichtiger Schritt für die Erhaltung der beiden Trockenrasengebiete, der uns wesentlich bei der jährlichen Entbuschungsarbeit, geleistet durch zahlreiche Freiwillige und betreut von unseren Biolog:innen, entlastet bzw. Kapazitäten für neue Arbeiten freispielt. Die Maßnahmen werden über das Biodiversitäts-Fonds-Projekt "Wiederherstellung, Erhaltung und Vernetzung von Trockenrasen an der Thermenlinie in NÖ" finanziert. Im Jahr 2025 werden weitere Stockfräsen-Einsätze in Pfaffstätten, Perchtoldsdorf und Winzendorf stattfinden.

Hintergrundwissen: Warum müssen Gehölze auf (Halb)Trockenrasen entfernt werden? Wie geht man bei der Entbuschung vor? Wie funktioniert der Einsatz einer Stockfräse?

(Halb)Trockenrasen müssen neben der wichtigen Beweidung regelmäßig entbuscht (geschwendet) werden, damit Gehölze nicht überhand nehmen, die Flächen zu stark beschattet und letztlich überwachsen werden. Dabei bleiben seltene Gehölzarten wie z.B. Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis) und landschaftsprägende Einzelbäume samt Totholz erhalten. Da zahlreiche Tierarten der (Halb)Trockenrasen für ihr Leben neben den intakten (Halb)Trockenrasen auch einen gewissen Anteil an Gebüschen oder Einzelbäumen brauchen, muss die Entbuschung mit viel Fachwissen, mosaikartig und regelmäßig erfolgen.Das funktioniert am besten und schonensten händisch. Mit Krampen werden unerwünschte Gehölze wie Liguster und Roter Hartriegel mit Krampen nachhaltig mit den Wurzeln ausgehackt. Büsche, die klein bleiben sollen, wie z.B. Schlehenbüsche für die Raupen des Segelfalters oder kleine Flaumeichenbüsche für verschiedenste Gallwespen werden händisch und mosaikartig zurückgeschnitten, um in Folge wieder aufzuwachsen. Jedes Jahr wird ein gewisser Anteil herausgeschnitten.

Es gibt jedoch auch Laubgehölze, die in ihrer Menge nachhaltig reduziert werden sollten, auf Grund tiefer Wurzeln und Wurzelstöcke nicht ausgehackt werden können und trotz jährlichen Schneidens jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Nachtriebe bilden. Gleichzeitig wachsen die Wurzelstöcke in die Dicke und bilden immer mehr Stockausschläge. Dazu gehören Hasel, Walnuss, Eschen, Mehlbeere, Linden, Eichen und Weißdorn.

Der Einsatz des ferngesteuerten Raupenfahrzeugs Greenclimber mit einer angebauten Stockfräse ermöglicht die sehr gezielte, sehr bodenschonende und mosaikartige Entfernung von unerwünschten, hartnäckigen Gehölzen. Eingesetzt bei trockenem Wetter unter naturschutzfachlicher Begleitung mit vorheriger Markierung der ausgewählten Stöcke mittels Forstspray und begleitet von Freiwilligen, die die ausgeworfene Erde sorgfältig in die Fräselöcher zurückrechen, sind nach erledigter Arbeit bis auf die flachen Erdflecken praktisch keine Spuren zu sehen. Zur Schonung der in den Gebieten vorkommenden Smaragdeidechsen (Lacerta viridis) und anderer Tiere erfolgte die Bearbeitung nicht in der Winterruhephase sondern bei warmem Wetter in der Aktivitätsperiode, da sich gerade unter Gehölzstöcken in verlassenen Kleinsäugerbauten häufig Reptilien und andere Kleintiere zur Überwinterung zurückziehen und dann bei der Bearbeitung nicht flüchten können.

Die Maßnahmen werden über den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie und von der Europäischen Union - NextGenerationEU finanziert.