Trockenrasen-Pflege der Aso Perchtoldsdorf im Naturpark Föhrenberge in Gießhübl

Klassenfoto 2+5
Klassenfoto 1+3
Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus)
Naturvermittler erzählt Schüler:innen über die Schafe
Schafe
Kinder posieren mit Astschere
Kind hält abgeschnittenes Gehölz
Kind mit Europäischer Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Personen schneiden Gehölze
Kind betrachtet Feldgrille
Kind bringt Gehölz auf Plane
Schüler:in arbeitet mit großer Astschere
Gießhübler Heide - Blick nach Gießhübl
Kind mit gesägtem Gehölz
Person hält Gottesanbeterin
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Kind mit Spinne auf Handschuh
Kinder tragen Plane
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Personen beim pflegen der Gießhübler Heide
Kinder tragen Plane

An ihrem neuen Schulstandort in Gießhübl liegt für die Schüler:innen der ASO Perchtoldsdorf nun ein besonders wertvoller Naturraum ganz in der Nähe: die Gießhübler Heide im Naturpark Föhrenberge. Bei einem gemeinsamen Pflegeeinsatz waren 14 Schüler:innen mit unseren Naturpädagog:innen für den Erhalt der artenreichen Trockenrasenflächen im Einsatz.

Bevor es mit Astscheren und Sägen an die Arbeit ging, lernten die Schüler:innen zunächst den besonderen Lebensraum Trockenrasen und einige seiner typischen Tier- und Pflanzenarten kennen. Trockenrasen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Region. Viele ihrer spezialisierten Arten benötigen offene, sonnige Flächen und können dort nur langfristig bestehen, wenn aufkommende Gehölze regelmäßig zurückgedrängt werden.

Ein wichtiger Teil der Landschaftspflege auf der Gießhübler Heide findet auch auf vier Beinen statt: Gemeinsam besuchten die Schüler:innen die Schafe von Naturpark-Produzentin Christa Veits, die durch ihre Beweidung wesentlich dazu beitragen, die Flächen offenzuhalten. Als besonders schonende „Rasenmäher“ fressen sie Gräser und junge Gehölze und unterstützen damit den Erhalt der wertvollen Trockenrasen.

Nach einer Einschulung in den sicheren Umgang mit den Werkzeugen hieß es für die Schüler:innen schließlich selbst anpacken. Trotz immer wiederkehrender Regenschauer waren sie mit viel Ausdauer und Engagement bei der Arbeit. Mit Astscheren und Sägen wurden aufkommende Gehölze entfernt und Totholz von der Pflegefläche zusammengetragen. Die zuvor markierten Gehölze blieben gezielt erhalten.

Auch während der Pflege gab es einiges zu entdecken. Mehrere Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa), Feldgrillen (Gryllus campestris) und verschiedene Spinnen machten deutlich, wie viel Leben sich auf und zwischen den Trockenrasenflächen verbirgt. So wurde die praktische Landschaftspflege gleichzeitig zu einer spannenden Begegnung mit der Artenvielfalt vor Ort.

Am Ende des Vormittags konnte sich das Ergebnis sehen lassen: Die vorgesehene Pflegefläche war – mit Ausnahme der bewusst markierten und erhaltenen Gehölze – wieder deutlich offener. Damit wurde mehr Platz für licht- und wärmeliebende Pflanzen und Tiere geschaffen.

Auch Bürgermeister Johannes Seiringer besuchte die Schüler:innen während ihres Pflegeeinsatzes und machte sich vor Ort ein Bild von ihrer Arbeit für die Artenvielfalt in Gießhübl.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Schüler:innen und Begleitpersonen der ASO Perchtoldsdorf für ihren ausdauernden und tatkräftigen Einsatz!

Die naturpädagogische Trockenrasen-Pflege wird vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Der Naturpark Föhrenberge übernimmt einen Teil der nationalen Kofinanzierungsmittel. Die Aktivität wird vom Landschaftspflegeverein im Auftrag des Naturpark Föhrenberge durchgeführt.

Die Lehrer:innen und Schüler:innen der Aso Perchtoldsdorf, der Naturpark Föhrenberge und die Gemeinde Gießhübl sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

In Österreich gibt es 47 Naturparke mit einer Fläche von ca. 600.000 ha, in denen wertvolle Lebensräume für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt gesichert werden sollen. Gesetzliches Ziel der Naturparke ist der Schutz einer Landschaft in Verbindung mit deren Nutzung. Das Prädikat „Naturpark“ wird nur charakteristischen Natur- und Kulturlandschaften verliehen, denen ein Schutzgebiet zugrunde liegt.

Sarah Leischner, Landschaftspflegeverein