Bei sommerlichen Temperaturen gingen heute die Trockenrasen-Pflegetage in Bad Vöslau zu Ende. Dank der Hilfe von zahlreichen engagierten Freiwilligen, die gemeinsam mit dem Team des LPV und unseren Praktikant:innen anpackten, war die zuvor zugewachsene Fläche am Hüterriegel am Ende des Tages kaum wiederzuerkennen. Am Vormittag beteiligten sich sieben freiwillige Helfer:innen aller Altersklassen am Pflegeeinsatz. Nachmittags bekamen wir neben der Hilfe von drei Freiwilligen auch noch tatkräftige Unterstützung von zehn Geocacher:innen, die im Rahmen eines CITO-Events (Cache in Trash out) gemeinsam mit uns anpackten.
Nach einer spannenden Gebietseinführung von unseren Biolog:innen Irene und Alex ging es auch schon an die Arbeit. Gemeinsam wurden Gehölze wie Liguster (Ligustrum vulgare), Berberitze (Berberis vulgaris) und Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea) zurückgeschnitten und anschließend mit Krampen ausgehackt. Dabei kam auch unser neuestes Werkzeug der „Tree Popper“ zum Einsatz, mit dem selbst größere Sträucher und Jungbäume im Handumdrehen entfernt werden können. Zudem wurde die dicke Streuschicht des Waldbodens zusammengerecht, sodass sich auf dem offenen Boden wieder Trockenrasenpflanzen ansiedeln können. Anfallendes Schnittgut wurde auf Planen zum Sammelplatz am Beethovenweg gebracht, wo es anschließend von der Stadtgemeinde Bad Vöslau abtransportiert wird.
Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, die Beschattung der Trockenrasenflächen und die Konkurrenz durch ausbreitungsfreudige Gehölze zu reduzieren sowie erwünschte Baumarten wie Flaumeichen (Quercus pubescens) freizustellen. Damit werden der Erhalt und die Ausbreitung von zahlreichen, hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten gefördert. Standorte wie der Hüterriegel sind besonders artenreich, da sich hier die Trockenrasenflächen und Flaumeichenwälder mosaikartig verzahnen und so vielfältige Lebensräume schaffen. Eine gefährdete Art, die genau auf dieses Mosaik aus Gehölzen und Trockenrasen angewiesen ist, ist die Steppen-Sattelschrecke (Ephippiger ephippiger), die beim Pflegeeinsatz hautnah beobachtet werden konnte.
Mit so vielen motivierten Helfer:innen ging die Arbeit rasch voran und die Fläche verwandelte sich von einem dichten Strauchgewirr in einen lichten Wald. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: es gab leckeren Kuchen vom Geocaching-Team, der zusätzliche Energie brachte. Nach getaner Arbeit durften sich schließlich alle Teilnehmenden wohlverdient in das Geocaching-Logbuch für das erfolgreich absolvierte CITO-Event eintragen. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!
Geocaching ist eine moderne Schatzsuche, bei der mithilfe von GPS-Koordinaten und einer Smartphone-App versteckte Behälter, sogenannte „Caches“, gesucht werden. Bei speziellen Cache-In-Trash-Out-Events (CITO) engagiert sich die Geocaching-Community gemeinsam für die Umwelt, etwa durch Müllsammeln, Baumpflanzungen oder, wie in unserem Fall, durch Landschaftspflege. Organisiert wurde der Einsatz von Elisabeth Hintringer und Klaus Haberzettl, die bereits zum vierten Mal in Folge begeisterte Geocacher:innen zusammenbrachten, um sich einen Nachmittag lang für die wertvollen Trockenrasenflächen an der Thermenlinie einzusetzen. Wir bedanken uns dafür ganz herzlich!
Die Trockenrasen-Pflegetage finden in Kooperation des Landschaftspflegevereins mit der Stadtgemeinde Bad Vöslau statt und werden durch die Stadtgemeinde Bad Vöslau mitfinanziert. Die Pflege fand auf den Flächen für das Wiederherstellungsprojekt von Trockenrasen und Flaumeichen-Wäldern statt, das im Herbst 2024 gemeinsam mit unseren vier Projekt-Partnern, den Gemeinden Baden, Bad Vöslau und Pfaffstätten, sowie dem Biosphärenpark Wienerwald, zu den Gewinnern des Naturschutzpreises NÖ "Josef Schöffel Förderungspreis 2024" zählte. Den Bericht dazu findest Du hier.
Die freiwilligen Helfer:innen, die Geocacher:innen und die Stadtgemeinde Bad Vöslau leisten mit ihrer Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur Netzwerk Natur Region – unserem Netzwerk an Menschen für ein Netzwerk an wertvollen Naturflächen. Bereits heute beteiligen sich daran 23 Gemeinden, drei Wiener Bezirke sowie zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen aus der Region Thermenlinie-Wiener Becken.
Die Beweidung der Wiederherstellungsflächen 2026-2028 wird im Rahmen des Projektes „Weidelandschaften an der Thermenlinie“ über WIN#Landwirtschaft – eine Initiative der BILLA-Naturschutzstiftung Blühendes Österreich in Kooperation mit BirdLife Österreich und Impact Hub Vienna – über Pfandspenden bei BILLA und BILLAplus finanziert.
Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Catalina Herrmann, Praktikantin LPV, erstellt.





















