Wiesen erleben - Die Naturpark-Schule Kneippgasse entdeckt den Begrischpark

Kinder mit Schmetterling auf der Hand
Kinder im Sitzkreis um Wiesen-Gegenstände
Kinder sitzen im Kreis und besprchen die "Wiesen-Stockwerke"
Kinder bei der Suche nach Insekten mit Becherlupen
Kinder erforschen die Wiese mit Becherlupen
KInder präsentieren Ihre gefundenen Insekten
Naturpark Föhrenberge Logo
Naturschutz Niederösterreich Logo
Kind beobachtet einen Hummel in der Becherlupe
Kinder machen Pantomime
Kinder spielen ein Laufspiel
Naturvermittlerin mit Kindern beim Insektenbestimmen
Klassenfoto
Klassenfoto
Klassenfoto
Kinder suchen nach Pflanzen für ihr Wiesenbild
Kinder präsentieren Wiesenklebebild
Kinder präsentieren Wiesenklebebild
Kinder präsentieren Wiesenklebebild
Kinder präsentieren Wiesenklebebild
Kinder präsentieren Wiesenklebebild
Kinder präsentieren Wiesenklebebild
Kind hält einen Bläuling (Lycaenidae) auf der Hand.
Heuschrecken auf einem weißem Leintuch
Paarung von zwei Bläulingen (Lycaenidae)
Kind betrachtet Schmetterling in der Becherlupe
Schaumnest einer Schaumzikade (Aphrophoridae)
Kind präsentiert gefangenes Insekt
Kinder ordenen Tiere den Wiesen-Stockwerken zu
Kinder suchen nach Insekten
Kind präsentiert sein Insekt in der Becherlupe

Begrüßt von einem kurzen Regenschauer startete die Naturpark-Schule Kneippgasse heute mit den Klassen 2a, 4a und 4c voller Neugier in unser naturpädagogisches Programm „Wiesen entdecken“. Gemeinsam mit unseren Naturvermittler:innen machten sich die Schüler:innen auf eine spannende Entdeckungsreise in den Lebensraum Wiese und erfuhren gleichzeitig mehr über die Geschichte des Begrischparks in Perchtoldsdorf.

Zum Einstieg ging es mit einer fantasievollen Zeitreise rund 270 Jahre in die Vergangenheit. Dabei stiegen die Schüler:innen in eine „Zeitmaschine“ und erlebten, wie sich der Begrischpark im Laufe der Zeit verändert hat: von einer offenen Dorfweide über das Aufkommen der ersten kleinen Föhrenwälder bis hin zur Gestaltung eines Erholungsparks durch den Verschönerungsverein. Auch der Bau der Volksschule Rosseggergasse, von Sportanlagen und die zunehmende Verbauung der umliegenden Landschaft wurden thematisiert. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass der Begrischpark bis heute ein wichtiger Erholungsraum geblieben ist. Seit einigen Jahren gibt es hier wieder einige Naturwiesenflächen, die nur einmal im Jahr gemäht werden und so vielen besonderen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten.

Anschließend beschäftigten sich die Kinder im Detail mit dem Lebensraum Wiese. Fragen wie „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Weiden und Wiesen?“, „Sind Wiesen natürliche Lebensräume?“ oder „Wofür nutzt ein Bauer seine Wiesen?“ wurden gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Um das Thema spielerisch aufzulockern, kam das beliebte KIM (Keep in Mind)-Spiel zum Einsatz: Die Kinder stellten verschiedene Gegenstände wie Traktor, Biene, Pferd, Hundekot oder Getränkedose pantomimisch dar und überlegten anschließend gemeinsam, welche Verbindung diese mit der Wiese haben.

Damit die Bewegung am gemeinsamen Vormittag nicht zu kurz kam, wurde mit den Klassen das Spiel „Trittsteine für den Schmetterling“ gespielt. Dabei konnten die Kinder auf spielerische Weise lernen, dass, wenn in unseren Gärten, an den Straßenrändern und in den Parks immer weniger Blumen und grüne Flächen vorhanden sind, weil diese beispielsweise andauernd gemäht, versiegelt oder verbaut werden, nur Schmetterlinge überleben können, die in ihrer Wahl der Nahrungspflanze nicht wählerisch sind. Die Grünräume mit Blumen wurden durch blaue, gelbe und rote Kreise dargestellt. Die Kinder schlüpften in die Rolle verschiedener Schmetterlingsarten: Während die Zitronenfalter als „Generalisten“ viele unterschiedliche Pflanzen nutzen konnten, waren Segelfalter und Schachbrettfalter auf je rote oder gelbe „Trittsteine“ angewiesen.  Mit jeder Runde verschwanden mehr Blumenflächen durch Mähen oder Verbauung und somit Kreise von dem Spielfeld entfernt. Welcher Schmetterling ist wohl am längsten über die immer weniger werdenden Trittsteine auf die andere Wiese gelangt?

Eine weitere spannende Station widmete sich dem „Stockwerkbau“ einer Wiese. Die Kinder erfuhren, dass eine Wiese – ähnlich wie ein Haus – aus verschiedenen Schichten besteht: von der Bodenschicht (Keller) über die Streuschicht (Erdgeschoß) bis hin zur Blatt- und Stängelschicht (1. Stock), sowie der Blütenschicht (Dachboden). Gemeinsam wurde zugeordnet, welche Tiere in den unterschiedlichen „Stockwerken“ leben.  Viele Insekten sind nicht nur an bestimmte „Stockwerke“ der Wiese angepasst, sondern oft auch auf ganz spezielle Pflanzen angewiesen. Deshalb gilt: Je vielfältiger die Pflanzenwelt einer Wiese ist, desto artenreicher ist auch ihre Tierwelt. Wie beeindruckend diese Vielfalt sein kann, zeigten die Kinder selbst bei einem Pflanzen-Klebebild: Mit viel Begeisterung suchten sie auf einem Wiesenabschnitt nach möglichst vielen verschiedenen Pflanzenarten. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – bis zu 38 unterschiedliche Wiesenpflanzen wurden von den Schüler:innen entdeckt. Eine großartige Leistung!

Das absolute Highlight des Vormittags war für viele Kinder die gemeinsame Suche nach Insekten und anderen Wiesenbewohnern mit den Becherlupen. Schon nach wenigen Minuten wurden zahlreiche spannende Tiere entdeckt: junge Kurz- und Langfühlerheuschrecken, Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Bläulinge (Lycaenidae), Krabbenspinnen (Thomisidae), Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) und vieles mehr. Besonders erfreulich war auch die Beobachtung einiger Segelfalter, die rund um die Wiese unterwegs waren. Unsere Naturvermittler:innen unterstützten die jungen Forscher:innen beim Bestimmen der Tiere und sorgten mit vielen spannenden Fakten immer wieder für staunende Gesichter.

So wurde der heutige Vormittag zu einem lebendigen, bewegungsreichen und entdeckungsfreudigen Auftakt unseres Wiesenprogramms – mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Beobachtungen und jeder Menge Begeisterung für die Natur.

Das naturpädagogische Projekt „Wiesen entdecken” wird vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) kofinanziert. Es wird vom Landschaftspflegeverein in Kooperation mit dem Naturpark Föhrenberge durchgeführt.

Die Naturpark-Schule Sebastian Kneippgasse ist ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

Sarah Leischner, Landschaftspflegeverein