Blütenreiche Steppe - Naturführung zu den bunten Trockenrasen in Bad Vöslau

Zahlreiche Naturinteressierte trotzten dem Regenwetter. © LPV/P. Sajovitz
Gallen - die Kinderstuben der Gallwespen. © LPV/P. Sajovitz
Zahlreiche Naturinteressierte trotzten dem Regenwetter. © LPV/P. Sajovitz
Heute ergriffen trotz hartnäckigem Regenwetter 17 Naturbegeisterte die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Biolog*innen die artenreichen Trockenrasenflächen in Bad Vöslau zu erkunden. © LPV/P. Sajovitz
Die Führung ging auf den Reisacherberg und auf den Oisnerberg. © LPV/P. Sajovitz
Auch die Kleinsten entdeckten die Natur von Bad Vöslau. © LPV/P. Sajovitz
Die Führung ging auf den Reisacherberg und auf den Oisnerberg. © LPV/P. Sajovitz
Begleitet wurde die Führung außerdem vom Bad Vöslauer Biologen Rupert Stingl, der in den 90er Jahren entscheidende Impulse für die Restauration der wertvollen Trockenrasenflächen setzte. © LPV/P. Sajovitz

Heute ergriffen trotz hartnäckigem Regenwetter 17 Naturbegeisterte die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Biolog*innen Irene Drozdowski und Alexander Mrkvicka die teilweise erst vor wenigen Jahren restaurierten, artenreichen Trockenrasenflächen in Bad Vöslau zu erkunden. Von der Merkensteinstraße ging es entlang des Naturlehrpfads den Oisnerberg hinauf, über blühende Trockenrasenflächen entlang am Waldrand bis zum Reisacherberg. Begleitet wurde die Führung außerdem vom Bad Vöslauer Biologen Rupert Stingl, der in den 90er Jahren entscheidende Impulse für die Restauration der wertvollen Trockenrasenflächen setzte.

Die Teilnehmer*innen erhielten einen Überblick über die Geschichte der Trockenrasen, beginnend bei der Eiszeit, als noch Mammuts über die Flächen des heutigen Bad Vöslau zogen, bis heute, wo die fehlende natürliche Beweidung durch Ochse und Wisent heute von Nutztieren übernommen werden muss, um eine Verwaldung der Flächen zu verhindern. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Trockenrasenflächen wesentlich größer als die heutigen Reste, die ohne regelmäßige Pflegemaßnahmen binnen weniger Jahrzehnte vom Wald überwachsen würden.

Trockenrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Österreich und ihre Pflege leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Zu den im Rahmen der Führung vorgestellten Pflanzenarten gehören u.a. Trockenrasenspezialisten wie die Kugelblume, Hornklee, Thymian und Nelken, Christusaugen-Alant und Schwert-Alant, Milchstern, Federgras oder der Feldmannstreu als Steppenroller. Aber auch zoologisch tut sich einiges auf den Trockenrasen um Bad Vöslau: Rosenkäfer, Zebraschnecke und die Östliche Heideschnecke finden auf den besuchten Flächen beste Bedingungen. Auch der stark gefährdete Streifen-Schneckenspringer, eine Spinnenart, die ähnlich dem Einsiedlerkrebs leere Schneckengehäuse als Behausung nutzt, fühlt sich auf den Trockenrasen um Bad Vöslau wohl. Eindrucksvoll waren mehrere Funde solcher Gehäuse, von den Spinnen einige cm über dem Boden aufgehängt, um sich vor der sommerlichen Bodenhitze und Feinden zu schützen. Dass der Streifen-Schneckenspringer in Bad Vöslau zu finden ist, ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Erfolg der Pflegemaßnahmen!

Neben den Trockenrasen fand auch die Ökologie der Schwarzföhrenwälder, deren Probleme mit dem Klimawandel und die Überdüngung des Bodens durch menschliche Stickstoffeinbringung in der Luft aus Verkehr und Gasnutzung in der zweistündigen Führung Platz. Die Ökologie der Gallwespen, deren Larven heranwachsende Eicheln durch chemische Beeinflussung zu eindrucksvollen Behausungen, sogenannten Gallen, heranwachsen lassen können war ein weiterer spannender Exkurs in die Ökologie der ansässigen Wälder.