Blütenreiche Steppe - Naturexkursion auf der Gießhübler Heide

Schafe vor Naturpark-Föhrenberge-Schild
Biologe mit Folie von Großer Kuhschelle
Exkursionsteilnehmer:innen betrachte Folie
Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata)
Menschen bei Naturexkursion
Veränderliche Ölkäfer (Mylabris variabilis) auf Sommerwurz
Kinder bei der Naturexkursion
Matter Pillenwälzer (Sisyphus schaefferi)
Schafe auf der Gießhübler Heide.

Ein Tagesausklang der besonderen Art erwartete heute 16 Naturbegeisterte und eine Praktikantin des Landschaftspflegevereins bei einer zweistündigen Naturexkursion auf der Gießhübler Heide – inmitten des Naturpark Föhrenberge. Unter der Leitung unserer Biolog:en Felix und Fischi lernten die Teilnehmer:innen viele Fakten über Trockenrasen und deren Bewohner kennen. Außerdem ging es um die fortdauernde Bedrohung der Lebensräume und wie man sie effektiv schützen kann. Erfreulicherweise befanden sich unter den zahlreichen Führungsteilnehmer:innen auch zwei Kinder. 

Nach einer kurzen Einführung darüber, was Trockenrasen ausmacht und warum dieser Lebensraum für die Gießhübler Heide so charakteristisch ist, machte sich die Gruppe auf den Weg über die Heide. Schon zu Beginn richtete sich die Aufmerksamkeit auf die zahlreichen blökenden Schafe und Ziegen, die als natürliche „Biorasenmäher“ auf der Heide im Einsatz sind. Dank des Engagements der Schäferin Christa Veits tragen sie wesentlich dazu bei, den einzigartigen Lebensraum der Gießhübler Heide zu erhalten.

Im Laufe der Exkursion erfuhren die Teilnehmer:innen Spannendes über seltene Pflanzenarten und die vielfältige Tierwelt der Heide. Für besondere Begeisterung sorgte die Beobachtung zweier Matter Pillenwälzer (Sisyphus schaefferi), die gerade eine Kugel über den Weg rollten – genau in jenem Moment, als unsere Expert:innen über die Lebensweise von Mistkäfern berichteten. Obwohl der Matte Pillenwälzer ein ähnliches Verhalten zeigt, gehört er nicht zu den eigentlichen Mistkäfern (Geotrupidae), sondern zur Familie der Blatthornkäfer. Eine weitere Käferbesonderheit war der Veränderliche Ölkäfer (Mylabris variabilis), der es sich auf einer Sommerwurz (Orobanche sp.) gemütlich gmacht hatte. 

Auch die beiden jüngsten Teilnehmer:innen waren mit großer Begeisterung unterwegs. Ausgestattet mit Becherlupen gingen sie auf Insektensuche und entdeckten unter anderem den Zwerg-Bläuling (Cupido minimus), den kleinsten Tagfalter Mitteleuropas.

Im Laufe der Führung wurde uns allen wieder neu vor Augen geführt, wie vernetzt, komplex und zugleich empfindlich unsere heimische Natur ist, und weshalb ein achtsamer Umgang mit ihr so wichtig ist!

Die Naturexkursion fand in Kooperation zwischen dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie- Wienerwald-Wiener Becken und der Gemeinde Gießhübl statt. 

Die Gemeinde Gießhübl ist ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

Du möchtest Informationen zu unserem Netzwerk erhalten und mehr über unsere zahlreichen Exkursionen und Pflegetermine erfahren? Das alles findest Du hier.

Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Esther Seidel, Praktikantin LPV, erstellt.