Heute waren 13 Personen, darunter zahlreiche unserer Praktikant:innen und einige Freiwillige, beim Pflegetermin im Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen im Einsatz. Nach einer kurzen fachlichen Einführung durch unsere Biologen Felix und Luca ging es motiviert und mit Arbeitshandschuhen, Müllsäcken, Astscheren und Krampen ausgerüstet an die Arbeit.
Ein Schwerpunkt lag auch heuer wieder auf der Entfernung der invasiven Goldruten. In Österreich kommen drei Goldruten-Arten vor. Während die heimische Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) Teil der natürlichen Flora ist, gelten die aus Nordamerika stammende Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) als invasive Neophyten. Diese ausdauernden Pflanzen können große Bestände bilden und heimische Pflanzenarten verdrängen. Ihre auffälligen gelben Blüten erscheinen im Sommer. Besonders häufig findet man sie entlang von Straßen und in der Begleitvegetation.
Eine einzelne Goldrutenpflanze kann bis zu 19.000 Samen bilden, die vom Wind weit verbreitet werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, ist daher eine konsequente und regelmäßige Entfernung besonders wichtig. Im Rahmen des Pflegeeinsatzes wurde darauf geachtet, die Pflanzen möglichst vollständig samt Wurzel aus dem Boden zu ziehen oder mit dem Krampen auszuhacken. Bereits blühende Pflanzen wurden in Müllsäcken gesammelt und über den Restmüll entsorgt, da eine Entsorgung im Biomüll ihre weitere Ausbreitung begünstigen könnte.
Dass sich der langfristige Einsatz lohnt, zeigt die Entwicklung der Goldrutenbestände im Naturschutzgebiet: Seit 2013 werden die invasiven Pflanzen hier regelmäßig entfernt. Während sie früher noch deutlich größere Bestände bildeten, kommen sie heute nur noch punktuell vor. Diese positive Entwicklung zeigt, dass sich invasive Neophyten durch konsequente und langfristige Pflege in einem Gebiet erfolgreich zurückdrängen lassen. Besonders effektiv war der diesjährige Einsatz auch deshalb, weil die Goldruten aufgrund der trockenen Bedingungen deutlich weniger Blüten ausgebildet hatten. Dadurch konnten die Pflanzen entfernt werden, bevor sie Samen ausbilden konnten.
Neben den Goldruten wurden auch Weiden zurückgeschnitten. Auf den Feuchtflächen siedeln sich Weiden als typische Pionierpflanzen an. Werden sie nicht regelmäßig zurückgeschnitten, können sie die offenen Lebensräume zunehmend beschatten und dem Boden Wasser entziehen. Durch den Rückschnitt bleiben die für das Gebiet wichtigen offenen Feuchtflächen erhalten.
Mit ihrem Einsatz leisten die Freiwilligen einen wichtigen Beitrag dazu, die besonderen Lebensräume des Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen langfristig zu erhalten. Sie sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen - an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
Der Pflegetermin im Naturschutzgebiet Fischerwiesen ist eine Kooperation zwischen Landschaftspflegeverein und dem Verein Freunde der Perchtoldsdorfer Heide.
Du möchtest dich auch engagieren und invasive Pflanzenarten melden? Über die kostenlose, internationale Naturforschungs-App iNaturalist haben wir das Projekt „Neobiota Netzwerk Natur Region Thermenlinie - Wiener Becken“ erstellt. Mittels hochgeladener Fotos kannst Du unkompliziert Sichtungen (invasiver) Neobiota melden. Die Bestimmung Deiner Funde übernehmen dabei Expert:innen online. So erleichterst Du die Kartierung und gezielte Bekämpfung problematischer Neobiota, unterstützt seltene Arten und Lebensräume, hilfst unsere Gesundheit zu schützen und hohe Folgekosten für Grünflächenpflege, Hochwasserschutz und Nahrungsmittelanbau zu vermeiden.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Jelena Schulz, Praktikantin LPV, erstellt.

















