Theorie und Praxis Götterbaumbekämpfung

Neophytenexperte mit Praktikant:innen
Neophytenexperte mit Praktikant:innen
Praktikantinnen impfen Götterbaum
Praktikantinnen impfen Götterbaum

Heute hatten unsere Praktikant:innen wieder die Gelegenheit, eine sehr erfolgreiche Methode zur Bekämpfung des aus Asien stammenden invasiven Götterbaums (Ailanthus altissima) kennenzulernen. Unser Neophytenexperte Alex berichtete zunächst über die EU-IAS-Verordnung als Grundlage für den Umgang mit invasiven Arten in der EU sowie über den Götterbaum als besonders problematische Art in Schutzgebieten in Ostösterreich.

Der Götterbaum wächst sehr rasch und kann mithilfe von Wurzelschösslingen innerhalb weniger Jahre riesige Flächen überwuchern. Ein Baum kann hunderttausende Samen produzieren, die im Boden bis zu 15 Jahre keimfähig bleiben. Herkömmliche Bekämpfungsmethoden wie Ringeln, Ausgraben oder Herbizideinsatz erwiesen sich als wenig effizient, da die Bäume durch den Stress oft noch mehr Wurzelschösslinge bilden.

Seit etwa zehn Jahren gibt es zum Glück eine an der Universität für Bodenkultur entwickelte Methode, bei der der Götterbaum mit einem in Ostösterreich heimischen Pilz („Ailantex“) geimpft wird. Daraufhin welkt der Baum meist innerhalb weniger Wochen und stirbt später ab. Da sich der Pilz auch in die Wurzeln verbreitet, sterben nach und nach auch Wurzelschösslinge ab.

In einem kleinen Götterbaumbestand am Rand der Perchtoldsdorfer Heide konnten unsere zehn Praktikant:innen die Problematik und die Bekämpfungsmethode anschließend auch in der Praxis kennenlernen.

Mit ihrem tatkräftigen Einsatz sind unsere Praktikant:innen Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen – an der sich bereits 23 Gemeinden, drei Wiener Bezirke sowie zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen aus der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.

Du möchtest dich auch engagieren und invasive Pflanzenarten melden? Über die kostenlose, internationale Naturforschungs-App iNaturalist haben wir das Projekt „Neobiota Netzwerk Natur Region Thermenlinie - Wiener Becken“ erstellt. Mittels hochgeladener Fotos kannst Du unkompliziert Sichtungen (invasiver) Neobiota melden. Die Bestimmung Deiner Funde übernehmen dabei Expert:innen online. So erleichterst Du die Kartierung und gezielte Bekämpfung problematischer Neobiota, unterstützt seltene Arten und Lebensräume, hilfst unser aller Gesundheit zu schonen und hohe Folgekosten für Grünflächenpflege, bei Hochwasser und Nahrungsmittel-Anbau zu vermeiden.