Über die großartige Unterstützung von 30 Helfer:innen am Vormittag, darunter Bürgermeister Günter Sam und Umweltgemeinderat Franz Biedermann, und 17 am Nachmittag durften wir uns heute bei der Trockenrasenpflege im Naturschutzgebiet am Goldberg in der Marktgemeinde Reisenberg freuen. Mit dabei waren neben unserem Team inklusive zahlreicher Praktikant:innen auch Freiwillige vom Alpenverein Sektion Gebirgsverein, Norbert Sauberer, Schutzgebietsbetreuer für das Land Niederösterreich sowie sein Kollege Sebastian Dunkl. Außerdem packten zahlreiche Freiwillige aus der Bevölkerung, darunter drei junge Burschen, mit an.
In einem Teil des Naturschutzgebiets am Goldberg wird das Aufkommen von Gehölzen durch eine Mischung aus Beweidung und Entbuschung im Rahmen von Schulpflegeterminen bereits in Zaum gehalten, doch der östliche Bereich verbuschte in den letzten Jahren zunehmend. Ziel des Pflegeeinsatzes war es daher, diese Fläche zu entbuschen und damit die Verbindung über den gesamten Trockenrasenhang wiederherzustellen und so eine Lebensraumverinselung zu verhindern.
Auf der Fläche angekommen, gab es von Alex, Irene und Norbert S. eine Einführung in das Gebiet und dessen Besonderheiten. Besonders schön: Zwei der heutigen jungen Helfer:innen kannten den Platz bereits von ihrem Schuleinsatz und erinnerten sich noch gut daran, wie man richtig mit Schere und Säge umgeht.
Nach der Einführung machte sich die bunt gemischte Gruppe mit großen und kleinen Astscheren, Sägen und Krampen an die Arbeit. Unser Biologe Alex arbeitete mit der Motorsäge und schnitt zunächst Korridore und Buchten am Rand der Fläche frei, in denen das Schnittgut im Laufe des Tages gesammelt werden sollte. Danach folgten zahlreiche stachelige Gebüsche am Trockenrasen. Die Helfer:innen entfernten zahlreiche Weißdorne (Crataegus monogyna), Brombeeren (Rubus fruticosus), Rosen (Rosa spp.) und Liguster (Ligustrum vulgare) von der Fläche. Der Vormittag verging wie im Flug, während Jung und Alt, Freiwillige, Biolog:innen und Praktikant:innen Schulter an Schulter arbeiteten.
Als sich die Gruppe um 13:00 Uhr zur Mittagspause versammelte, war der Fortschritt schon deutlich zu sehen: Große Teile der anfangs noch stark verbuschten Fläche waren bereits freigeschnitten. Neben den selbst mitgebrachten Jausen stärkte sich die Gruppe auch mit Kaffee, Tee und Kuchen, den Irene und Alex für die fleißigen Helfer:innen mitgebracht hatten.
Nach der Pause starteten das Team des Landschaftspflegevereins, die Praktikant:innen, Norbert S. und Sebastian noch einmal durch und nutzten das sonnige Wetter, bevor am späten Nachmittag zufrieden das Werkzeug zusammenpackt wurde.
Warum ist die Pflege der Trockenrasen und deren Vernetzung so wichtig?
Trockenrasen gelten als echte Hotspots der Biodiversität – kleine Schatzinseln, von denen aus sich viele spezialisierte Arten in die Umgebung ausbreiten können. Die Verbindung dieser Lebensräume ist vor allem für wenig mobile Arten wichtig, etwa für viele Heuschrecken, Laufkäfer oder Spinnen, für die dichte, verbuschte Flächen wie Barrieren wirken, die sie kaum überwinden können. Der Austausch zwischen Teilpopulationen ist wiederum wichtig, da kleine, isolierte Bestände leichter aussterben und die Gebiete sonst nicht natürlich wiederbesiedelt werden können.
Wir bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Helfer:innen sowie Bürgermeister Günter Sam und Umweltgemeinderat Franz Biedermann für ihren großartigen Einsatz zum Erhalt der artenreichen Trockenrasenlandschaft in Reisenberg!
Der Pflegetermin findet in Kooperation von Landschaftspflegeverein, Marktgemeinde Reisenberg und VINCA (als Schutzgebietsbetreuung) statt. Die freiwilligen Helfer:innen sowie die Marktgemeinde Reisenberg sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen – an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie–Wiener Becken beteiligen.
Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Hannah Kriegshaber, Praktikantin LPV, erstellt.































