Praxis-Fortbildung Invasive Neobiota für Netzwerk Natur Region-Gemeinden

Die Gemeindevertreter aus Schwarzau am Steinfeld bei der Bekämpfung der Götterbäume. © LPV/J. Fischer
Die zahlreichen Teilnehmer*innen an unserer Praxis-Fortbildung zum Thema "Invasive Neobiota". © LPV/J. Fischer
Anhand von Anschauungs-Beispielen wurden zunächst Pflanzen wie die Kanadische Goldrute hergezeigt, um die künftige Bestimmung zu erleichtern.© LPV/S. Girsch
Einführung in den Praxis-Teil des Nachmittags - gemeinsam wurden zahlreiche Götterbäume bekämpft. © LPV/S. Girsch
Die fachlichen Infos wurden im Rahmen der Neobiota-Fortbildung gleich in die Praxis umgesetzt. © LPV/J. Fischer
Mittels Abdeckung mit dicker schwarzer Teichfolie können kleinere Staudenknöterich-Horste erfolgreich zum Absterben gebracht werden. © LPV/S. Girsch
Die Gemeindevertreter bei der Bekämpfung der Götterbäume. © LPV/S. Girsch
Die Gemeindevertreter bei der Bekämpfung der Götterbäume. © LPV/S. Girsch
Die Kanadische Goldrute wird man am besten durch sorgfältiges Aushacken wieder los. Auch Abschneiden der Blütenstände vor dem Aussamen und Entsorgung im Restmüll ist möglich. © LPV/S. Girsch
Neobiota-Experte Alexander Mrkvicka und Ökologin Irene Drozdowski brachten den Bauhof- und Wirtschaftshofmitarbeiter*innen im Rahmen des spannenden Nachmittags die Problematik invasiver Neobiota näher. © LPV/S. Girsch
An Anschauungsbeispielen wurden zunächst Pflanzen wie Kermesbeere, Staudenknöterich, Götterbaum und Goldrute hergezeigt, um die künftige Bestimmung zu erleichtern.© LPV/S. Girsch
Die fachlichen Infos zur Bekämpfung invasiver Neobiota wurden im Rahmen der Neobiota-Fortbildung gleich in die Praxis umgesetzt. © LPV/S. Girsch
An Anschauungsbeispielen wurden zunächst invasive Pflanzen wie Kermesbeere, Staudenknöterich, Götterbaum und Goldrute hergezeigt, um die künftige Bestimmung zu erleichtern. © LPV/S. Girsch
Die Gemeindevertreter bei der Bekämpfung der Götterbäume. © LPV/S. Girsch
27 Gemeindevertreter*innen nahmen heute an unserer Praxis-Fortbildung rund um das Thema invasive Neobiota (Götterbaum, Staudenknöterich, Goldrute, Asiatische Tigermücke, usw.). teil. © LPV/S. Girsch
Staudenknöterich - ein invasiver Neophyt, der schnell Reinbestände bildet und Gewässer-Ufer instabil macht. © LPV/S. Girsch
Auch kleine Staudenknöterich-Horste haben bereits massive unterirdische Ausläufer. © LPV/S. Girsch

27 Gemeinde-Vertreter*innen von 15 Gemeinden unserer Netzwerk Natur Region nahmen heute an unserer Praxis-Fortbildung rund um das Thema invasive Neobiota (Götterbaum, Staudenknöterich, Goldrute, Asiatische Tigermücke, usw.) in Tattendorf teil. Neobiota-Experte der Stadt Wien, Alexander Mrkvicka und Ökologin Irene Drozdowski brachten den Gemeinde-, Bauhof- und Wirtschaftshofmitarbeiter*innen im Rahmen des spannenden Nachmittags die Problematik dieser Arten näher. An Anschauungsbeispielen wurden zunächst invasive Pflanzen wie Kermesbeere, Staudenknöterich, Götterbaum und Goldrute hergezeigt, um die künftige Bestimmung zu erleichtern. Auch die Ausbreitungswege sowie Möglichkeiten zur Bekämpfung der einzelnen Arten wurden besprochen und Erfahrungen aus den einzelnen Gemeinden diskutiert. Mit Hilfe der App iNaturalist können Gemeinde-Mitarbeiter*innen für ihre Gemeinde Funde invasiver Neobiota dokumentieren und einerseits so die Arten in der Gemeinde strategisch bekämpfen. Gleichzeitig entsteht durch die automatische Einspielung der Fundmeldungen in das vom LPV erstellten Projektes „Neobiota Netzwerk Natur Region Thermenlinie - Wiener Becken“ ein besseres Bild zur Verbreitung in der Netzwerk Natur Region und für mögliche Kooperationen, um die Arten einzudämmen und ihre Verbreitung zu verhindern.

Anschließend ging es an die Praxis: der Götterbaum ist aufgrund seiner Stockausschläge und dem starken Austrieb von Wurzelausläufern schwer zu bekämpfen. Einfaches Umschneiden der Bäume ohne weitere Behandlung führt zu starkem Neuaustrieb. Seit einiger Zeit gibt es allerdings das Präparat AILANTEX, das im Rahmen eines langjährigen Forschungsprojektes der Universität für Bodenkultur entwickelt wurde.  Es enthält einen heimischen Welkepilz, der die Bäume innerhalb von 1-2 Jahren erfolgreich und unkompliziert zum Absterben bringt. Zahlreiche Götterbäume in der Gemeindeschottergrube in Tattendorf wurden im Rahmen der Fortbildung mit dem Präparat beimpft. Dabei durfte jede/r der Teilnehmer*innen selbst die Methode an 5 Bäumen ausprobieren. Für die Anwendung von Ailantex ist ein Sachkundenachweis Pflanzenschutz im Betrieb notwendig.

Einige unsere Praktikant*innen legten unterdessen die Wurzelausläufer eines Staudenknöterich-Horstes frei, um den Teilnehmer*innen zu demonstrieren, dass auch kleine Staudenknöterich-Horste bereits massive unterirdische Ausläufer haben. Zur Bekämpfung eignet sich eine Abdeckung des Bestandes mit sehr dicker, schwarzer Teichfolie. Durch die darunter entstehende Hitze werden die Wurzeln innerhalb einiger Jahre zum Absterben gebracht. Für größere Bestände hat sich Dauer-Beweidung mit Ziegen und Schafen als erfolgreich erwiesen.

Bei der anschließenden Befragung mittels Fragebogen kündigten fast alle Gemeinde-, Bauhof- und Wirtschaftshof-Mitarbeiter*innen bereits an, das Gelernte zukünftig in der eigenen Gemeinde in die Praxis umsetzen zu wollen und dabei auch Gemeinde-Synergien zu nutzen. Dies ist besonders erfreulich, da Neobiota nicht an der Gemeindegrenze halt machen, sondern die erfolgreiche Bekämpfung eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit braucht.

Die Praxis-Fortbildung fand im Rahmen unseres diesjährigen Netzwerk Natur Region-Schwerpunkts "Invasive Neobiota" statt. Dabei bearbeiten wir mit unseren mittlerweile 25 Netzwerk Natur Region-Gemeinden jedes Jahr ein anderes Thema. Als Einstieg findet ein Gemeindegipfel mit Bürgermeister*innen, Vizebürgermeister*innen und Gemeinderät*innen zum Thema statt. Der zweite Teil besteht aus einer Praxis-Fortbildung um ganz konkrete Inhalte an die Leute der Praxis (Gemeinde-, Wirtschaftshof- und Bauhofmitarbeiter*innen) zu vermitteln.