Naturforscher-Programm für Kinder im Begrischpark

Binokular mit Bildschirm
Kinder bei der Becherlupensuche
Käferpräparate
Becherlupe in der Natuwiese
Tier-Folien
Binokular und Becherlupen

Gemeinsam mit unseren erfahrenen Naturvermittler:innen erkundeten interessierte Kinder und Eltern heute die artenreichen Naturwiesen im Begrischpark in Perchtoldsdorf. Nach einer kurzen Einführung mit spannenden Hintergründen zum Erfolgsprojekt Insekten-Highway" machten sich die Teilnehmer:innen, ausgestattet mit Becherlupen, auf die Suche nach kleinen Wiesenbewohnern und konnten dabei zahlreiche faszinierende Tiere entdecken.

Unter den Funden des Tages waren unzählige, noch junge Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Außerdem schafften es Wolfsspinnen (Lycosidae), Feuerwanzen (Pyrrhocoridae), verschiedene Bläulinge (Lycaenidae), Hummeln (Bombus) und Soldatenkäfer (Cantharidae) in die Becherlupen und konnten anschließend vergrößert betrachtet werden. Praktikantin Sophie unterstützte die Kinder dabei mit einem Binokular samt Bildschirm, wodurch spannende Details sichtbar wurden. Die Naturvermittler:innen erzählten spannende Geschichten über die gefundenen Arten und erklärten, warum Naturwiesen für viele Tiere überlebenswichtig sind.

Die Naturwiesen im Begrischpark sind Teil des mehrfach ausgezeichneten Perchtoldsdorfer „Insekten-Highways". Dieses Projekt wurde 2020 von der Marktgemeinde Perchtoldsdorf gemeinsam mit dem Heideverein und dem Landschaftspflegeverein ins Leben gerufen, um wertvolle Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere im Ortsgebiet zu schaffen und miteinander zu vernetzen. Ziel ist es, biologische Hotspots wie Perchtoldsdorfer Heide und Hochberg durch die Schaffung von Trittsteinen und Korridoren wieder miteinander zu verbinden, sodass Tiere und Pflanzen wieder wandern und sich ausbreiten können. Besonders wichtig ist das für viele Wildbienenarten, die oft nur wenige hundert Meter weit fliegen können.

Seit 2020 werden die Wiesenflächen im Begrischpark deshalb nur noch einmal jährlich – meist erst im Spätsommer oder Herbst – gemäht. Dadurch haben Blumen genügend Zeit zum Blühen und Aussamen, und Insekten können ihre Entwicklung abschließen. Viele Pflanzenarten, die zuvor durch häufiges Mähen kaum zur Blüte kamen, sind inzwischen zurückgekehrt, darunter Große Kuhschelle (Pulsatilla grandis), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Gelb-Lauch (Allium flavum) oder Christusaugen-Alant (Inula oculus-christi). Mit der steigenden Blütenvielfalt kehren auch zahlreiche Schmetterlinge, Wildbienen, Käfer und Heuschrecken zurück.

Das kostenlose Programm bot Kindern ab 4 Jahren einen spannenden und spielerischen Einblick in die Vielfalt der heimischen Natur und zeigte eindrucksvoll, wie wichtig naturnahe Wiesen für den Erhalt der Artenvielfalt mitten im Siedlungsraum sind. Das Programm wird an den kommenden Samstage fortgesetzt und wir sind schon gespannt, welche besonderen Tiere wir dann entdecken werden!

Veranstalter ist der Heideverein in Kooperation mit der Marktgemeinde Perchtoldsdorf und dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken. Die Partner sind außerdem Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen. 

Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.

Sandra Girsch, Landschaftspflegeverein