Heute Vormittag widmeten sich sieben motivierte Helfer:innen - darunter ein Freiwilliger, Biolog:innen und Praktikantinnen des LPV sowie Schäferin Kika Lexová - der Pflege zweier wertvoller Halbtrockenrasen, die auf benachbarten Flächen an der Grenze zwischen Oberwaltersdorf und Ebreichsdorf liegen. Im Zentrum der Arbeiten stand die Zurückdrängung von Gehölzen und die Förderung offener Strukturen.
Zu Beginn gaben unsere Biolog:innen Irene und Alex einen Einblick in die Geschichte der Flächen und ihre besondere Bedeutung für die Region. Sie befinden sich seit den 1990er-Jahren im Besitz der Stadt Wien und wurden im März 2024 auf Antrag unseres Biologen und Vorstandsmitglieds Alexander Mrkvicka zum Naturdenkmal erklärt. In der von Äckern geprägten Umgebung sind die Flächen eine Besonderheit, da sie weit und breit die einzigen extensiv bewirtschafteten, dauerhaft grünen Flächen sind. Ihre savannenartige Struktur mit einzelnen Gehölzen, Resten von Auwald mit Weiden und Silberpappeln, alten Ulmen und kleinen Föhren bietet einer vielfältigen Flora und Fauna Lebensraum. Zugleich dienen sie Rehen und Hasen als wichtiges Rückzugsgebiet.
Heuer beweiden erstmals Kamerunschafe der Stadt Wien das Gebiet. Die eher scheuen Tiere halten von Menschen Abstand und ergänzen die bisherigen Pflegemaßnahmen. Denn obwohl die jährliche Mahd seit 2018 verhindert, dass die Flächen vollständig verwalden, reicht sie allein nicht aus. Ein vielfältiges Mosaik aus offenen Bodenstellen entsteht kaum und auch der dichte Grasfilz bleibt bestehen. Die zusätzliche Beweidung soll dabei helfen, die offenen Lebensräume langfristig zu erhalten und ihre Artenvielfalt zu fördern.
Ausgerüstet mit Krampen, Scheren, Sägen und einem Tree Popper machte sich das Team am Waldrand an die Arbeit. Liguster (Ligustrum vulgare) wurde zurückgedrängt, Berberitze (Berberis vulgaris) und Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea) ausgehackt, da die Schafe diese Gehölze nicht verbeißen. Besonders wichtig war auch die Freistellung wertvoller Eichen im umliegenden Forstgebiet. Dazu wurde der Hartriegel rund um die Bäume entfernt, damit ihre unteren Äste möglichst lange erhalten bleiben. Einige kleine Föhren blieben hingegen bewusst stehen, denn ihr Harz kann Rehböcken beim Abstreifen der Basthaut vom Geweih helfen.
Die Arbeiten gingen gut voran und konnten zu Mittag abgeschlossen werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Beteiligten für den engagierten Einsatz! Der Pflegeeinsatz findet in Kooperation von Landschaftspflegeverein Thermenlinie, Berg- und Naturwacht Thermenregion Ost - Oberwaltersdorf, Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA49) und den Gemeinden Oberwaltersdorf und Ebreichsdorf statt.
Die Berg- und Naturwacht Thermenregion Ost - Oberwaltersdorf, die Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA49), sowie die Marktgemeinde Oberwaltersdorf und die Stadtgemeinde Ebreichsdorf sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
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Der Bericht wurde unter Mithilfe von Hannah Kriegshaber, Praktikantin LPV, erstellt.












