Am vierten Tag der Trockenrasen-Pflegetage in Pfaffstätten unterstützten uns heute sieben Freiwillige von BirdLife Österreich, organisiert von Alexandra Dürr aus dem Fachbereich Naturschutz, von 9 bis 17 Uhr bei der Wiederherstellung der wertvollen Trockenrasen in der Einöde. Gearbeitet wurde unterhalb des Naturdenkmals Iriswiese. Mit dabei waren zudem drei unsere Biolog:innen, eine LPV-Praktikantin sowie eine Freiwillige aus der Gemeinde.
Zu Beginn erhielten die Teilnehmer:innen von unserer Biologin und LPV-Obfrau Irene Drozdowski eine spannende Einführung in die Geschichte und die Besonderheiten des Gebiets. Trockenrasen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und beherbergen eine außergewöhnliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. In Pfaffstätten finden sich besondere Raritäten wie Kantabrische Winde (Convolvulus cantabrica) und Brunners Schönschrecke (Paracaloptenus caloptenoides). Durch frühere Aufforstungen mit Schwarz-Föhren (Pinus nigra) gingen wertvolle Offenflächen verloren. Heute werden diese durch gezielte Pflegemaßnahmen und Beweidung wiederhergestellt und offengehalten, damit die seltenen Arten einen geeigneten Lebensraum vorfinden.
Nach einer sorgfältigen Einschulung in den Werkzeuggebrauch und die Arbeitssicherheit ging es auch schon los. Mit Krampen, Tree-Popper und Astscheren machten sich die Freiwilligen daran, Gehölze samt Wurzeln zu entfernen. Dazu zählten vor allem Waldreben (Clematis vitalba), aber auch Liguster (Ligustrum vulgare), Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea), Mehlbeeren (Sorbus sp.) und einzelne Weißdorne (Crataegus sp.). Durch die Entfernung der Gehölze werden die bestehenden Trockenrasenflächen des Naturdenkmals Iriswiese nach unten hin erweitert.
Besonderes Augenmerk lag heute auf den Randbereichen der Fläche, wo gezielt kleine Buchten freigestellt wurden. Diese können durch unterschiedliche Besonnung und Beschattung zu einem vielfältigen Temperaturangebot am Boden beitragen. So entstehen zusätzliche Lebensraumbedingungen für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Bei den Landschaftspflegearbeiten war es außerdem wichtig, auf den Blasenstrauch (Colutea arborescens) Rücksicht zu nehmen. Dieser ist eine botanische Besonderheit des Gebiets und wurde gezielt geschont.
Zu Mittag gab es eine willkommene Stärkung. Grundbesitzer Markus Kernbichler von Lamasté spendierte den fleißigen Helfer:innen eine warme Kürbissuppe sowie Kaffee. Bei guten Gesprächen konnten sich alle kurz aufwärmen und austauschen, bevor es am Nachmittag noch einmal tatkräftig ans Werk ging.
Wir bedanken uns herzlich bei den Freiwilligen von BirdLife Österreich, bei Markus Kernbichler für das Mittagessen und die zusätzliche Unterstützung des Flächenerhalts durch die Beweidung mit seinen Tieren sowie bei allen weiteren Beteiligten für ihre tatkräftige Unterstützung!
Die Helfer:innen von BirdLife Österreich, die engagierten Freiwilligen und die Marktgemeinde Pfaffstätten sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
Die Beweidung der Wiederherstellungsflächen 2026-2028 wird im Rahmen des Projektes „Weidelandschaften an der Thermenlinie“ über WIN#Landwirtschaft – eine Initiative der BILLA-Naturschutzstiftung Blühendes Österreich in Kooperation mit BirdLife Österreich und Impact Hub Vienna – über Pfandspenden bei BILLA und BILLAplus finanziert.
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Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Marie-Sophie Hochhold, Praktikantin LPV, erstellt.













