Trockenrasenpflege auf der Gießhübler Heide

Freiwilliger mit Säge
Gruppenfoto
Bürgermeister und Biologin begrüßen Freiwillige
Einführung durch LPV-Biologe
Freiwillige mit Astschere
Biologe Alex mit Motorsäge
Freiwillige bei der Arbeit
Freiwilliger mit abgeschnittenem Ast
Freiwillige hinter Plane mit Schnittgut
Bockkäfer-Larve (Cerambycidae)
Freiwillige betrachten Bockkäfer-Larve (Cerambycidae)
Freiwillige ziehen großen Ast
Freiwillige mit Astschere
Freiwillige pflegen Trockenrasen
Freiwillige tragen Plane mit Schnittgut
Jause
Freiwilliger mit Säge
Fläche nach der Pflege
Gruppenfoto

Trotz winterlicher Bedingungen und leichtem Schneefall in der Früh pflegten heute zahlreiche Helfer:innen gemeinsam mit dem Team des LPV die wertvollen Flächen der Gießhübler Heide. Insgesamt 14 Personen am Vormittag und 17 Personen am Nachmittag trotzten dem kalten und windigen Wetter und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Trockenrasen in diesem besonderen Gebiet.

Zuerst gab es eine fachliche Einführung durch die Biolog:innen des Landschaftspflegevereins. Besonders freuten wir uns über die persönliche Begrüßung durch Bürgermeister Johannes Seiringer, der die Bedeutung der Gießhübler Heide für den Ort betonte und sich für den Einsatz bedankte. Die Gießhübler Heide mit ihren wertvollen Trockenrasen zählt zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und ist ein bedeutender Teil des Biodiversitäts-Hotspots Thermenlinie. Da diese Flächen ohne regelmäßige Pflege, etwa durch Entbuschung, Beweidung und teilweise Mahd, verbuschen würden, sind entsprechende Pflegemaßnahmen unerlässlich. Besonders wichtig ist dabei eine mosaikartige Entbuschung, damit die zahlreichen Arten mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen geeignete Lebensräume vorfinden.

Im Anschluss machten sich die Freiwilligen mit Astscheren, Handsägen und Motorsäge an die Arbeit, um Gehölzaufwuchs gezielt zurückzudrängen. Eine Gruppe lichteten mit Astscheren einen dichten Schlehenbestand (Prunus spinosa) am Waldrand aus, einzelne Zerr-Eichen (Quercus cerris) wurden bewusst entfernt. Schlehen bieten für zahlreiche Schmetterlingsarten Nahrung für die Raupen, die auf Schlehe als Futterpflanze spezialisiert sind. Dazu gehört z.B. der Segelfalter (Iphiclides podalirius). Von ihnen bevorzugt werden im Trockenrasen licht stehende, ca. knie- bis hüfthohe kleine Schlehenbüsche, die gut besonnst sind, denn die Raupen brauchen für ihre Entwicklung viel Wärme. Zwischen Waldrand und Schlehenbestand wurde außerdem ein Korridor frei geschnitten, um Schäferin Christa Veits das Aufstellen des Weidezauns zu ermöglichen. Denn zwischen den Schlehenbüschen darf sich nicht zu viel dichtes Gras ansammeln, das zu einem kühleren Mikroklima und mehr Feuchtigkeit beiträgt. 

Eine zweite Gruppe pflegte den fortlaufenden Waldrand. Weit auf die Weidefläche überhängende Äste, die die Fläche stark beschatten und so das Aufkommen von Jungeichen und anderen Gebüschen fördern, wurden mit Motorsäge und Handsägen entfernt. Ebenso wurden aus dem Wald auf die Weidefläche gestürzte tote Bäume und Äste entfernt. Das Schnittgut wurde gesammelt und im Waldrandbereich abgelegt. Hier finden Eidechsen, Blindschleichen und Kleinsäuger ein neues Versteck.

Zu Mittag lud uns Bürgermeister Johannes Seiringer zum warmen Mittagessen in die Schafhütte "Zum schwarzen Schaf" ein und schaute selbst noch einmal zum Plaudern vorbei. Alle freuten sich sehr über das Aufwärmen in der Hütte und das köstliche Essen. So gestärkt ging es noch einmal hinaus in die Kälte, drei weitere Helfer:innen verstärkte unser Team und die Arbeiten wurden bis 17Uhr fortgesetzt. Zwischendurch gab es noch einmal Kaffee, Tee und Kuchen bereitgestellt vom LPV. Zum Abschluss wurden noch dichte Brombeerranken geschnitten, die ansonsten den Trockenrasen rasch überwuchern. Außerdem wurden einige kleinere Bäume geringelt, um stehendes Totholz zu schaffen und so die Biodiversität weiter zu fördern. Da die letzten Tage noch recht kalt waren, waren heute noch nicht viele Insekten auf der Fläche zu sehen. Für eine spannende Naturbeobachtung sorgte allerdings der Fund einer Bockkäferlarve (Cerambycidae), der am Waldrand beim Wegräumen von Totholz von der Weidefläche gefunden wurde. Sie wurde nach eingehender Betrachtung mit "ihrem" Totholz wieder an ihren Platz gesetzt.

Wir bedanken uns herzlich bei Bürgermeister Seiringer und der Gemeinde Gießhübl  für die hervorragende Zusammenarbeit und allen Helfer:innen für ihren wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Gießhübl.

Die freiwilligen Helfer:innen sowie die Gemeinde Gießhübl sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, drei Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.

Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.

Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Natascha Habellöcker, Praktikantin LPV, erstellt.