Mulchraupen-Einsatz im Herrngras - Erfolgreiche Erstmaßnahmen

Die Projektpartner freuen sich über den Einsatz der ferngesteuerten Mulchraupe im Herrngras © LPV
Einsatz für Sumpf-Gladiole und Moor-Wiesenvögelchen © Günther Schätzinger
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Wie auch schon im Vorjahr, war heuer wieder der ferngesteuerte Wiesenmulcher mit Raupenfahrwerk der Firma Kreitl aus Raasdorf für uns im Einsatz. Einsatzgebiet war wieder das Herrngras in Moosbrunn - ein herausragendes Feuchtwiesen- bzw. Niedermoorgebiet im Europaschutzgebiet Feuchte Ebene-Leitha-Auen. Dabei handelt es sich um einen der letzten Reste einer ehemals riesigen Feuchtgebietslandschaft, die durch Torfabbau und großflächige Trockenlegungen für den Ackerbau in den letzen hundert Jahren fast verschwunden ist. Im Herrngras leben noch Raritäten wie das Moor-Wiesenvögelchen, ein Schmetterling, der in Österreich sonst nur an einem Standort in Vorarlberg vorkommt, die Sumpf-Gladiole, die Gewöhnlich-Simsenlilie, der Kanten-Lauch, der Groß-Wiesenknopf und das Dickwurzel-Löffelkraut, das weltweit nur hier wächst.

Seit 2019 setzen wir uns für die Verbesserung des ökologischen Zustands im Herrngras ein. Da große Bereiche seit über 40 Jahren nicht mehr gemäht wurden - mit heutigen Traktoren oder anderen Großgeräten sind die Flächen wegen der Nässe nicht befahrbar - haben sich Schilf und Gehölze stark ausgebreitet und bedrohen zahlreiche Feuchtwiesen-Raritäten. Durch die lange unterbliebene Mahd wuchsen große Bulte von Pfeifengras und große Mengen an abgestorbenem Schilf sammelten sich an, sodass selbst ein Balkenmähereinsatz nicht mehr möglich war.

Die ferngesteuerte Mulchraupe ist derzeit die einzige Möglichkeit, Flächen mit übermannshohem, verfilztem Schilf und vielen tückisch im Schilf verborgenen Wassergräben zu mähen. Der Maschinist der Firma Kreitl, Herr Baumgartner, meisterte diese Herausforderungen wie schon 2020 perfekt und konnte in zweieinhalb Tagen 5.000 Quadratmeter Schilfflächen bearbeiten. In den nächsten Jahren können die insgesamt 10.000 Quadratmeter wiederhergestellten Feuchtwiesen regelmäßig mit dem Balkenmäher gepflegt werden, die Feuchtwiesen-Arten werden sich wieder vermehren und ausbreiten.

Die Projektpartner*innen ließen es sich nicht nehmen, die Fortschritte der Arbeiten (und die ferngesteuerte Maschine ;-) persönlich zu bestaunen: mit dabei waren Irene Drozdowski und Alexander Mrkvicka vom Landschaftspflegeverein, Umweltgemeinderat der Gemeinde Moosbrunn Günther Schätzinger, der Vertreter des Grundeigentümers ORS (ein Tochterunternehmen des ORF) Ernst Spitzbart,  Sabine Plodek-Freimann und  Norbert Sauberer vom Schutzgebietsnetzwerk NÖ.

Die Finanzierung des Maschineneinsatzes erfolgte durch den Landschaftspflegeverein mit Unterstützung der Naturschutzstiftung Blühendes Österreich. Wir danken der Naturschutzstiftung sehr herzlich dafür!

Dank geht auch an den Wirtschaftshof der Gemeinde Moosbrunn und die Grünraumpartner für Organisation und Einsatz von Traktor und Seilwinde im schwierigen Gelände!