Pflegeeinsatz Dickwurzel-Löffelkraut und Ansaat von regionalem REWISA-Saatgut

Biologin und Praktikanten bringen Saatgut aus
Biologe schneidet mit Sichel
Dickwurzel-Löffelkraut Jungpflanzen
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Heute war ein ganz besonderer Tag für die Biolog:innen des LPV sowie unsere beiden Langzeitpraktikanten Torben und Stefan. Wir besuchten die Standorte des im Wiener Becken endemischen, also weltweit nur hier vorkommenden, Dickwurzel-Löffelkrauts (Cochlearia macrorrhiza), das seit 2010 zunächst ohne Erfolg (mehr Infos hier), im zweiten Durchgang ab 2017 erfolgreicher wiederangesiedelt wurde.

An den Standorten des Dickwurzel-Löffelkrauts schnitt unser Biologe Alex Pfeifengrashorste, die das Löffelkraut stark beschatteten, mit der Sichel zurück. Die Koordinaten aller Wuchsorte wurden mit einem GPS-Logger nochmals genau eingemessen. Zu unserer großen Freude konnten wir in Moospolstern und an sandigen Uferbereichen an zwei Standorten viele Jungpflanzen des Löffelkrauts aus Selbstaussaat finden.

An mehreren Stellen im Gebiet, an denen bei den Pflegeterminen der letzten Jahre dichtes Schilf oder Gebüsche entfernt wurden und in deren Umgebung wenig natürliche Samenquellen vorhanden sind, brachten wir gemeinsam mit Naturschutz-Expertin Irene Drozdowski weiters regionales (REWISA) Saatgut von Feuchtwiesenpflanzen aus, um die Entwicklung zu artenreichen Feuchtwiesen zu beschleunigen.

In Moosbrunn liegen die meisten noch in gutem Zustand erhaltenen Feuchtwiesenflächen im gesamten Wiener Becken. Das Gebiet ist daher das bedeutendste Refugium für viele seltene Tier- und Pflanzenarten der Niedermoore und Feuchtwiesen, darunter die Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris), der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) und die Feuchtwiesen-Prachtnelke (Dianthus superbus). Der Erhalt dieser Naturgebiete und deren Strukturreichtum ist daher entscheidend für den Fortbestand dieser Arten.

Die Wiederherstellung verbrachter Feuchtwiesen und deren Pflege nach naturschutzfachlichen Kriterien wäre unmöglich ohne die vielen Freiwilligen, Mitarbeiter:innen mehrerer Firmen im Rahmen von CSR-Einsätzen sowie die Praktikant:innen unseres Vereins, auf die wir uns bei Pflegeeinsätzen verlassen können.

Die Gemeinde Moosbrunn ist ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen -– an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.

Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schaue bei unseren zahlreichen Führungen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.

Die Pflege-Maßnahmen im Herrngras in Moosbrunn finden in Kooperation mit dem Grundeigentümer ORS, der Gemeinde Moosbrunn, der Jäger- und Bauernschaft Moosbrunn und dem Verein Ouvertura statt. Die Pflegemaßnahmen werden im Rahmen des Biodiversitätsfondsprojekt „Wiederherstellung der Lebensräume seltener und gefährdeter Arten im Niedermoor-Gebiet Herrngras“ durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und von der Europäischen Union – NextGenerationEU gefördert.

Der Bericht wurde unter Mithilfe von Stefan Lerchenberger, Praktikant LPV, erstellt.