Pflegetage im Herrngras in Moosbrunn

Feuchtwiesenpflege im Herrngras in Moosbrunn © LPV
Das Mähgut wird am Rand der Flächen deponiert, da ein Abtransport nicht möglich ist. © LPV/Fischer
Platzmachen für den Schnittguthaufen. © LPV/Fischer
Zusammenrechen des Schnittguts bei der Feucht-Wiesenpflege im Herrngras in Moosbrunn. © LPV/Fischer
Feuchtwiesen-Mahd mit dem Balkenmäher. Ein Traktor würde hier versinken. © LPV/Fischer
In besonders buckeligen Bereichen wird mit dem Freischneider gemäht. © LPV
Zusammenrechen des Mähguts auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. © LPV/Fischer
Zusammenrechen des Mähguts auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. © LPV
Zusammenrechen des Mähguts auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. © LPV
Zusammenrechen des Mähguts auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. Auch bei Nieselregen. © LPV
Fleißige freiwillige Helfer*innen am Donnerstag bei der Feuchtwiesen-Pflege © LPV
Fleißige freiwillige Helfer*innen am Freitag bei der Feuchtwiesen-Pflege © LPV
Buckel wie diese sind der Lebensraum der Raupen des Moor-Wiesenvögelchens. © LPV
Pflegearbeiten auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. © LPV
Zusammenrechen des Mähguts auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. © LPV/Fischer
UGR Günther Schätzinger versorgte uns mit Getränken. © LPV
Zusammenrechen des Mähguts auf den Feuchtwiesen im Herrngras in Moosbrunn. © LPV
Die händisch gepflegten Feuchtwiesen-Flächen im Herrngras weisen wichtige Strukturen für anspruchsvolle Tierarten auf. © LPV
Der Biber ist ein wichtiger Helfer bei der Erhaltung der Feuchtwiesen, verbaut er doch einige Abflussgräben und hilft so jene Feuchtwiesenbereiche zu vernässen, die sowieso nicht mit dem Traktor mähbar wären.. © LPV/Fischer
Buckel wie diese sind der Lebensraum der Raupen des Moor-Wiesenvögelchens. © LPV
Mit dem Traktor gemähte Feuchtwiese. Dieser Lebensraum ist für das Moor-Wiesenvögelchen ungeeignet. © LPV/Fischer
Viele besondere Arten - wie Kanten-Lauch und Duft-Lauch - profitieren von der Feuchtwiesenpflege. © LPV/Fischer

Pflegetermine im Herrngras in Moosbrunn sind immer ein bisschen abenteuerlich: Wassergräben durchziehen das gesamte Gebiet, die Mähflächen sind buckelig (das soll auch so sein), auf die Stabilität des torfigen Boden ist nicht immer Verlass und das hohe Schilf kann die Orientierung manchmal ganz schön schwer machen.

Am Donnerstag und Freitag waren insgesamt 13 Freiwillige tapfer und ließen sich auch nicht vom wechselhaften Wetter (mit Regen am Donnerstag und kaltem Wind am Freitag) abschrecken. Erstmals durften wir Gunter Hanel, Head of Corporate Sustainability der Allianz Versicherung beim Pflegeeinsatz begrüßen. Er organisiert das CSR-Programm für die Mitarbeiter*innen der Allianz Versicherung, die einen Arbeitstag im Jahr sozialen und ökologischen Projekten widmen dürfen. Wir freuen uns, seit 2021 Partner des Programms zu sein und danken herzlich für die Zusammenarbeit!

Manuel kämpfte sich mit dem Balkenmäher durch das unwegsame Gelände der seit 2020 und 2021 wiederhergestellten, nicht mit einem Traktor mähbaren Feuchtwiesen-Bereiche. Gerhard mähte die ganz besonders unwegsamen Teile mit dem Freischneider. Alle anderen waren damit beschäftigt, das Mähgut zusammenzurechen und mit Planen wegzutragen. Umweltgemeinderat Günther Schätzinger versorgte uns wieder mit Getränken. Als die Sonne unterging, waren alle Beteiligten am Donnerstag von außen durchnässt und am Freitag von innen, ordentlich müde,  hatten aber ein sehr zufriedenes Lächeln im Gesicht. Denn einerseits war die Arbeit für die besonderen Lebensräume und Arten geschafft, andererseits fühlt es sich richtig gut an, wenn man im Freien körperlich gearbeitet hat. Wir danken allen herzlich für ihren Einsatz und hoffen, dass der heiße Tee, die schöne Landschaft, und die sichtbare Verbesserung der gepflegten Flächen gute Gründe sind, auch nächstes Jahr wieder tatkräftig dabei zu sein!

Wozu diese Anstrengung?

Das Herrngras in Moosbrunn ist einer der letzten Reste einer ehemals großen Feuchtwiesen-Landschaft der Feuchten Ebene im Wiener Becken und gehört zu den wertvollsten Naturgebieten in Ostösterreich. Der Großteil der umgebenden Flächen wurde trockengelegt und ist heute Ackerland. Das macht das Herrngras als eine der letzten Flächen besonders schützenswert und zu einem wertvollen Zuhause für viele seltene Feuchtwiesen-Arten wie das überaus seltene Moor-Wiesenvögelchen (Coenonympha oedippus), einen sehr anspruchsvollen Tagfalter. Daher sind die Niedermoorflächen und Mähwiesen Moosbrunns Teil des Natura 2000 Gebietes Feuchte Ebene-Leithaauen.

Um diese besondere Insel der Artenvielfalt auch in einem guten Zustand zu halten, ist jedoch viel Einsatz gefragt. Ohne weitere, regelmäßige Pflegemaßnahmen würden bunte Blumen wie Sumpfgladiole, Feuchtwiesen-Prachtnelke, Kantenlauch und Duftlauch immer weiter vom konkurrenzkräftigen Schilf überwachsen werden. Damit verschwinden nicht nur die Moorpflanzen selbst, sondern auch die Tiere, die auf sie angewiesen sind. Gleichzeitig gibt es sensible Arten wie das Moor-Wiesenvögelchen, die zwar das Zurückdrängen des Schilfs brauchen, aber keine jährliche Mahd ihres Lebensraums vertragen. Im Herrngras sind für alle diese Arten noch Flächen vorhanden, solange sich Menschen finden, die die notwendigen händischen Pflege-Arbeiten durchführen.

Die Pflege-Maßnahmen im Herrngras in Moosbrunn werden von der Naturschutzstiftung Blühendes Österreich über das FLORA-Programm finanziell unterstützt. Sie finden in Kooperation mit dem Grundeigentümer ORS, der Gemeinde Moosbrunn und in fachlicher Kooperation mit der NÖ Schutzgebietsbetreuung statt.