Pflegetermin im Herrngras in Moosbrunn

Die sechs freiwilligen Helfer*innen im Herrngras © Girsch/LPV
Kleiner Rundgang vor der Arbeit - hier stehen wir auf der kurz zuvor gemulchten Fläche. © Girsch/LPV
Arbeitsbesprechung. © Girsch/LPV
Um den Bestand zu fördern, wurden Samen des Duft-Lauchs von benachbarten Flächen eingesät. © Girsch/LPV
Bei der Einsaat. © Girsch/LPV
Bei der Einsaat. © Girsch/LPV
Im Vorjahr gemulchte Flächen wurden mit dem Balkenmäher nachgemäht. © Girsch/LPV
Zusammenrechen des Mähguts. © Fischer/LPV
Zusammenrechen des Mähguts. © Girsch/LPV
Ab Mittag freuten wir uns über Sonne. © Girsch/LPV
Das Schnittgut wurde auf Planen gerecht und am Flächenrand kompakt abgelagert. © Fischer/LPV
Kurze Fotopause. © Fischer/LPV
Fast geschafft. In Zukunft können sich die Feuchtwiesen-Pflanzen wieder großflächiger ausbreiten und das Moor-Wiesenvögelchen mehr Plätze zur Eiablage finden.© Fischer/LPV
Lauch-Fruchtstände © Girsch/LPV

Seit 2019 setzen wir uns für die Verbesserung des ökologischen Zustands des Herrngras in Moosbrunn ein. Dabei handelt es sich um ein Feuchtgebiet mit Niedermoorflächen, Mähwiesen und einem bemerkenswerten Repertoire an unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten im Natura 2000-Gebiet Feuchte Ebene - Leithaauen. Eine besondere Rarität ist das Moor-Wiesenvögelchen - ein Tagfalter, der abgesehen vom Vorkommen in Moosbrunn österreichweit nur an einem einzigen Standort in Vorarlberg nachgewiesen ist. Auch botanische Raritäten wie Sumpf-Gladiole, Feuchtwiesen-Prachtnelke, Gewöhnlich-Simsenlilie oder Kanten-Lauch kommen in diesem herausragenden Naturgebiet noch vor.

Doch die starke Ausbreitung von Schilf und Gehölzen aufgrund der unrentablen und damit fehlenden Bewirtschaftung - die vor allem dem nassen und weichen Boden geschuldet ist - führte in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Rückgang der Niedermoor-Arten. Mit dem heutigen Pflegeeinsatz setzten wir unsere Bemühungen fort, wertvolle Bereiche des Herrngras wieder von Schilf und Gehölzen zu befreien und damit ökologisch zu verbessern. Feuchtwiesen-Pflanzen wie die Feuchtwiesen-Prachtnelke oder die Sumpf-Gladiole sollen sich wieder großflächiger ausbreiten können und das Moor-Wiesenvögelchen mehr Flächen zur Eiablage finden.

Sechs Freiwillige waren beim Pflegeeinsatz vor Ort. Vor der Arbeit lud Biologin und Obfrau Irene zu einem kleinen Rundgang durchs Herrngras. Wir begutachteten die kurz zuvor von einer Mulchraupe gemulchten Flächen und die Fortschritte des letzten Jahres. Dann ging es los: bei frühlingshaften Temperaturen mähten wir im Vorjahr gemulchte Bereiche mit dem Balkenmäher nach, rechten das Mähgut zusammen und transportierten es an die Flächenränder. Während unserem Mittags-Picknick auf der Fläche überraschte uns dann sogar die Sonne. Besonders erfreulich zeigten sich die im August 2020 gemähten Flächen. Hier konnte das Schilf bereits deutlich geschwächt werden. Um den Bestand zu fördern, säten wir Samen des Duft-Lauchs von benachbarten Wiesen auf den Flächen ein.

Die Pflege-Maßnahmen im Herrngras in Moosbrunn werden von der Naturschutzstiftung Blühendes Österreich über das FLORA-Programm finanziell unterstützt. Sie finden in fachlicher Kooperation mit dem NÖ Schutzgebietsnetzwerk statt.

Wir danken allen Freiwilligen für ihren Einsatz!