Hangtrockenrasen in Leobersdorf

Erfolgreiche Wiederherstellung

Der Hang-Trockenrasen am Lindenberg in Leobersdorf beherbergt eine herausragende biologische Vielfalt und eine Vielzahl an seltenen Tieren und Pflanzen. Im Frühling und Sommer gibt es viele bunte Farbtupfer zu entdecken, wie Große Kuhschelle, Schwarze Wiesen-Kuhschelle, Christusaugen-Alant, Goldschopf-Aster, Großes Windröschen und Zwerg-Weichsel. Tierfreund*innen kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn im strukturreichen Lebensraum mit viel Sonne und vielen Versteckmöglichkeiten fühlen sich Smaragdeidechsen wohl. Auch die an trockene und heiße Standorte angepasste Zebraschnecke lebt hier.

Bis vor kurzem war der Hang-Trockenrasen aufgrund der fehlenden Beweidung und Pflege bereits von allen Seiten von Gebüschen bedrängt und drohte zuzuwachsen. Nach der bereits bestehenden erfolgreichen Zusammenarbeit von Marktgemeinde Leobersdorf und Landschaftspflegeverein für das Naturdenkmal Trockenrasen, beschlossen die Partner auch die Rettung des Hang-Trockenrasens zu starten. Die Gemeinschaftsinitiative wurde als eines der Gewinnerprojekte beim Biosphärenpark Wienerwald Ideen-Wettbewerb „15 Jahre – 15 Projekte“ durch den NÖ Landschaftsfonds ausgewählt und gefördert.

Mit dem Preisgeld wird die wertvolle Fläche seit März 2021 mit Hilfe der Bevölkerung, Pfadfinder*innen-Gruppen und Schulklassen der IMS Leobersdorf unter unserer fachlicher Anleitung entbuscht und gepflegt. Darüber freuen sich die seltenen Tiere und Pflanzen – ihnen steht nun wieder mehr Platz zur Verfügung. Seit Herbst 2022 wird die erfolgreiche Pflege gemeinsam mit der Bevölkerung fortgeführt und durch die Marktgemeinde Leobersdorf finanziert.

Fakten
  • Niederösterreich
  • Leobersdorf
  • Gemeinde Leobersdorf
  • Trockenrasen
  • 17
Ansicht
Hang-Trockenrasen Leobersdorf

Impressionen

Die Zebraschnecke (Zebrina detrita)

Zebraschnecke

Die Zebraschnecke (Zebrina detrita) ist eine typische Bewohnerin von Trockenrasen. Sie braucht Wärme, daher lebt sie dort, wo die Vegetation offen und lückig ist. Bei feuchtem Wetter wird die in Österreich stark gefährdete Schnecke aktiv und frißt abgestorbene Pflanzenteile. Im Gegensatz zur Östlichen Heideschnecke kann sie mehrere Jahre alt werden. Findet man alte Leerschalen der Zebraschnecke im Wald, so ist das ein Hinweis, daß sich an dem Ort früher eine offene, sonnige Weidelandschaft befand.

Zwerg-Weichsel

Die kleinen Zwergweichsel-Sträucher (Prunus fruticosa) bilden mit Ausläufern lockere Bestände. Sie blühen im April, ab Juni sind die herb-süßen, roten Früchte reif. Sie sind ein bei Vögeln beliebtes Wildobst. An der Thermenlinie findet man sonst meist Hybriden mit der Kulturweichsel, die von beiden Eltern nur die schlechten Eigenschaften geerbt haben: sie wuchern und machen keine Früchte. Die "echte" Zwergweichsel kommt dagegen nur sehr selten vor und ist gefährdet.

Zwergweichsel (Prunus fruticosa)